28 Weeks Later
28 Weeks Later
Anzeige Am Anfang macht eine Horde blutrünstiger Besessener Jagd auf einen verzweifelten Mann, der seiner Frau nicht mehr helfen konnte, ohne sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. In dieser Verfolgungsszene zum Auftakt des jetzt auf DVD erhältlichen "28 Weeks Later" (2007) stellt sich gleich äußerst wirksame Beklemmung ein: Hier beißt sich die Schönheit der sanften Hügellandschaften Englands mit der Grausamkeit der Szenerie. Die Fortsetzung von "28 Days Later" beginnt mit dem gleichen schaurigen Gefühl, mit dem die 2003 zum Kultschocker avancierte Virusmär endete. Damals brachte ein infiziertes Versuchstier, befreit von Friedensaktivisten, das Unheil über London: Ein experimentelles Virus verbreitete sich rasant und versetzte die sonst so biederen Engländer in rasende Wut - und hungrige Fleischeslust. Doch am Ende schien die Epidemie eingedämmt. Also begann das Warten. Geduld ist eine Tugend, und wenn genug Zeit ins Land geht, kehren die Menschen zurück in noch so unsichere Umstände. Was sie antreibt, ist so vielgestaltig wie verständlich: Heimatgefühle, Hoffnung, Hilflosigkeit in der Fremde. Also soll es im Film auch einen Neuanfang für London geben. 28 Wochen, nachdem der letzte Fall einer vom Wutvirus befallenen Person auf der britischen Insel registriert wurde, wird einem ersten Schub von überlebenden Flüchtlingen die Erlaubnis erteilt zurückzukehren. Untergebracht in einer hermetisch abgeriegelten Sicherheitszone im Herzen der Stadt, sind sie eingekesselt von toten Mauern und unbelebten Straßen - London ist eine Geisterstadt. Doch die Zweifel werden verdrängt, die Krankheit gilt als besiegt. Wären da nicht zwei Geschwister, die Kinder des Hausmeisters Don (Robert Carlyle), der vor einem knappen halben Jahr dem Schrecken entkam, indem er seine Frau dem gefräßigen Untoten-Mob opferte. Die Furcht steht nicht nur ihm bei der Ankunft seines Nachwuchses ins Gesicht geschrieben. Auch als Zuschauer ist man noch geschockt. Der bedrückende Auftakt der Erzählung wirkt nach, als Don und seine Frau sich in einem Holzhaus auf dem Land in trügerischer Sicherheit wähnten. Doch das Verderben nahm seinen Lauf, und der Ehemann opferte schließlich sein Frau. Er warf sie den vom Wutvirus befallenen Untoten gewissermaßen zum Fraß vor. Doch die Gattin überlebte und kehrt wundersam zurück. Sie wurde zum Wirt für das Virus, das wieder seinen Weg in andere menschliche Organismen findet. Ein Kuss zwischen dem Ehepaar genügt. Die Regie übernahm diesmal nicht Kreativkopf Danny Boyle sondern Juan Carlos Fresnadillo, der bisher nur mit seinem Festivalfilm "Intacto" über Schuld, Schicksal und Sühne von sich reden machte. Eine gute Wahl, schließlich knüpft der Spanier mit schwindelerregenden Schnittfolgen an die rast- wie atemlose Atmosphäre des ersten Teils an. Allein die Bilder von den unwirklich stillen Straßen Londons mögen nicht mehr die apokalyptische Stimmung erzeugen wie bei Boyle. Auch die Luftaufnahmen von der verlassenen Stadt wirken eher schön als schrecklich. Doch wenn sich die Lage im Laufe des Films weiter zuspitzt und ein heiles Entkommen mal wahrscheinlich, mal unmöglich erscheint, kann sich wohl niemand der packenden Inszenierung verwehren. Selten konnte man sich in letzter Zeit derart trefflich gruseln. Das ordentliche Bonuspaket der DVD enthält unter anderem eine sehr witzige Kurzdoku über die Darsteller der Zombies und ihre Arbeit. Überhaupt überrascht das äußerst interessante und gut gemachte Zusatzmaterial mit der lockeren Art, mit der hinter die Kulissen geschaut wird. Der Audiokommentar ist unterhaltsam, die entfallenen Szenen werden kommentiert. Dazu gibt es als Comic gezeichnete Filmhintergründe. Auch auf der technischen Seite wurde gute Arbeit geleistet. Der Sound weist in einer gut umgesetzten 5.1-Version eine gelungene Mischung aus Dialogen, Musik und fein abgestimmten räumlichen Effekten auf. Sehr scharfe und detailreiche Bilder lernen auf der Mattscheibe das Fürchten. Selbst in den dunklen Szenen wird viel Wert auf Schärfe und Detailtiefe gelegt. Auch als Blu-ray-Disc (VÖ: 25. Februar) erhältlich. Vera Seeberg bewertungsbox
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Credits: |
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