Invasion
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Wie Zombies stapfen Menschen durch die Straßen. Es fehlt ihnen an Emotionen und Individualität. Sie besitzen kein Verständnis für alles Fremde. Schulterzucken. Ist doch normal ... Na ja, mag sein. Aber doch nicht ganz. Nicht so wie bei "Invasion" (2007), der vierten Adaption von Jack Finneys 1955 erschienenem Science-Fiction-Roman "The Body Snatchers", an der sich Oliver Hirschbiegel versuchte und grandios scheiterte. In den USA spielte der Film trotz Starbesetzung nicht einmal ein Viertel seiner Produktionskosten von rund 80 Millionen Dollar ein. Hierzulande wollten gerade mal gut 40.000 Kinozuschauer Nicole Kidman und Daniel Craig beim Kampf gegen die fiesen Körperfresser sehen. Vielleicht hilft ja die DVD-Vermarktung, den finanziellen Verlust etwas einzudämmen.Don Siegels Verfilmung "Die Dämonischen" (1956) konnte als Paraphrase auf die Kommunisten-Hatz der McCarthy-Ära gelesen werden, "Die Körperfresser kommen" (1978) erzählte im Subtext davon, wie Hippies zu Yuppies werden. Abel Ferraras schnörkellose Horror-Mär "Body Snatchers" warnte 1993 recht explizit vor dem aufkeimenden Neofaschismus. Erneut mutieren Menschen also zu Alien-Marionetten, nachdem ein Shuttle abgestürzt ist und sich die Wrackteile mit einem außerirdischen Virus weit übers Land verstreut haben. Und was macht der Deutsche Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") bei seinem Hollywood-Debüt aus dem Stoff. Wo setzt er an, wo sieht er die Bedrohung? In der Manipulation der (Gen-)Technik, in der Globalisierung, der hemmungslosen Ausbeutung natürlicher Ressourcen? Fehlanzeige. Nicht einmal das Ozonloch trägt bei ihm Schuld. Er bleibt an der Oberfläche. Eisern. Wie seine Heldin, die Psychiaterin Carol Bennell (Nicole Kidman). Eine Patientin klagt, dass ihr Mann nicht ihr Mann sei. Sich ganz anders als sonst verhalte. Frau Doktor schaut daraufhin skeptisch über ihre Brille und verschreibt ein neues Medikament. Keine Gesellschaftskritik, keine unterschwellige Botschaft, kein soziales Bewusstsein. Nur geradlinige, mehr oder minder spannende Hollywood-Konfektionsware. Hirschbiegel setzt auf cooles Understatement, auf eisige, geradezu regungslose Beklemmung. Ein schrecklicher Gedanke. Wohl auch für den Produzenten Joel Silver, der nach schlechten Preview-Ergebnissen die (ungenannten) Wachowski-Brüder ("Matrix") und deren Second-Unit-Regisseur James McTeigue verpflichtete, das Finale "aufzupeppen". Die von Kameramann Rainer Klausmann in kalten Blautönen gehaltene Welt wird auf der DVD perfekt transferiert wiedergegeben. Knackige Schärfen und ausgezeichnete Kontraste lassen beim Bild keine Klagen zu. Auch der Sound, obwohl ohne spektakuläre Effekte auskommend, ist atmosphärisch überzeugend und setzt geschickt räumliche Akzente. Was sich vom Bonusmaterial nicht behaupten lässt. Eine kurze Doku über die Geschichte der "Bodysnatcher"-Filme und noch kürzere Making Of-Clips sind die einzigen, weder sonderlich informativen noch unterhaltsamen Extras.
Jan Treber
bewertungsbox
| bildformat |
1,78:1 (anamorph) |
| sprachen |
Deutsch (5.1), Englisch (5.1) |
| untertitel |
Deutsch, Englisch |
| extras |
Dokumentation; Making Of |
| laufzeit |
95 Min. |
| tonsystem |
Dolby Digital |
| regionalcode |
Regionalcode 2 |
| preis |
ca. 18 Euro |
| bewertung bild |
gut |
| bewertung ton |
gut |
| bewertung extras |
mangelhaft |
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Credits: (USA 2007, R: Oliver Hirschbiegel, D: Daniel Craig, Nicole Kidman, Jackson Bond u.a.)
Mithilfe von Stars, doch wenig innovativ wagte sich Oliver Hirschbiegel mit "Invasion" ans dritte Remake von Don Siegels Horror-Klassiker "Die Dämonischen". (Warner)
Carol Bennell (Nicole Kidman) und ihr Sohn Oliver (Jackson Bond) sind auf der Flucht. (Warner)
Ben Driscoll (Daniel Craig) und Carol Bennell (Nicole Kidman) spüren, dass sich seit der Explosion des Spaceshuttles die Gesellschaft verändert. (Warner) |
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