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L.S.D. - Watch Out For The 3rd Rail - The Dope Beat Edition

L.S.D. Watch Out For The 3rd Rail - The Dope Beat Edition

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Als LSD, vier Jungs aus der Eifel, Ende der 80-er an ihrem ersten - und auch einzigen - Album basteln, steckt Deutschrap noch nicht einmal in den Kinderschuhen. Mit einem Commodore C64, einem Drumcomputer von Korg, einem Casiokeyboard, unzähligen Platten und viel Geduld schrauben Future Rock, Rick Ski, Ko Lute und DJ Defcon im alles andere als stillen Kämmerchen zwei Jahre lang an ihrem Debüt. Dass die Platte in das deutsche Rap-Brachland einschlagen würde wie eine Bombe, hätte das Quartett damals selbst nicht geglaubt. Glücklicherweise diggt die Musikzweigstelle des Klamottenlabels Melting Pot immerzu fleißig in den Crates, um Klassiker wie "Watch Out For The 3rd Rail" neu aufzulegen.

Keine Frage, die Scheibe ist ein Klassiker. Nur allzu oft bleiben LSD außen vor, wenn es darum geht, wer HipHop in Deutschland den Weg ebnete. Schon allein deswegen ist es höchste Eisenbahn für ein Re-Release des Albums, das auf dem dritten Gleis dahergeschossen kommt.

Und zwar mit Mordskaracho und einem Güterwaggon voller Samples. Wie viele Platten für das 38 Tracks umfassende Monstrum herhalten mussten, wissen die Crewmitglieder selbst nicht genau. Über tausend, meint Rick Ski, und das klingt realistisch. Gehäckselte Drums, peitschende Funk-Breaks, verzerrte Rock-Gitarren, zarte Blues-Pianos, schrille Jazz-Saxofone, zerscratchte Wortfetzen, poetische Ergüsse, Gesangsschnipsel - die Liste der Samplequellen ist endlos. Trotzdem schafften es Beat-Bastler Future Rock und DJ Defcon irgendwie, stimmige Instrumentals zusammenzustückeln, die noch heute zum Kopfnicken einladen. Zugegeben: Rapper Ko Lute gelingt es nicht, seinen deutschen Gymnasiastenakzent zu verbergen. Sein Englisch ist stellenweise unverständlich, oft holprig. Flow und Betonung, eins zu eins von den Vorbildern aus den Staaten übernommen, passen trotzdem.

"Watch Out For The 3rd Rail" ist eben durch und durch old school, und übrigens schon allein wegen seiner zahlreichen Interludes hörenswert. Detailverliebt: Wie auf allen Rapplatten klebt auch auf dem LSD-Longplayer ein "Parental Advisory"-Sticker, nur weist der nicht wie sonst auf "explicit lyrics", sondern auf "explicit beats" hin.

Gregor Jossé


Datum: 02.03.2008

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