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Fantastic Four

Fantastic Four

(tsch) Als die "Fantastic Four" im Sommer 2005 die Kinos stürmten, wollte Bernd Eichinger mit dem Publikum seinen Klein-Jungen-Traum teilen. Der deutsche Produzent zeichnete maßgeblich für das von vielen Fans sehnsüchtig erwartete Spektakel verantwortlich. Und zumindest in den USA ließen die vier Superhelden die Kinokassen ordentlich klingeln (Einspielergebnis: 154 Millionen Dollar). Hierzulande war man indes etwas zurückhaltender beim ersten Leinwandauftritt der Marvel-Urgesteine. Lediglich 680.000 Zuschauer wollten die Comic-Sause sehen, die ProSieben nun als Free-TV-Premiere zeigt.

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Nach einem wortwitzigen Auftakt beginnt leider auch schon die Ernüchterung. Der kosmische Sturm, der die Genstrukturen von vier Wissenschaftlern und ihrem späteren Widersacher nachhaltig verändert, fegt lahm durch den Orbit - der ersten Actionsequenz des Films mangelt es an Tempo und Spannung, eine böse Prophezeiung, die sich bis zum Schluss immer wieder selbst erfüllt.

Da hilft auch nicht, dass die Mutationen recht amüsant sind: Ree Richards (Ioan Gruffudd) bekommt Gummiarme, die einzige Frau im Team (Jessica Alba) kann sich dematerialisieren und Kraftfelder generieren, ihr Bruder (Chris Evans) wird zur menschlichen Fackel, und der Vierte zu einem Kraftpaket mit gewöhnungsbedürftigem Aussehen, den fortan alle wenig charmant nur noch "Das Ding" (Michael Chiklis) nennen. Was dann folgt, ist der ewige Kampf Gut gegen Böse - hier verkörpert durch Dr. Doom (herrlich süffisant gespielt von Julian McMahon, "Nip/Tuck").

Was Regisseur Tim Story (am 24. April startet seine Kinokomödie "First Sunday") bei den obligatorischen Actionszenen schmerzlich vermissen lässt, gelingt ihm bei Charakteren und den Beziehungen untereinander recht gut. Mit Verve, Witz, Dynamik und einer Prise Dramatik zwingt er seine Helden (und den Schurken) dazu, sich auch mental an die veränderte DNA-Struktur anzupassen. Superheld wider Willen zu sein, ist nicht einfach. Jeder geht damit anders um, aber nur zusammen können die "Fantastic Four" mit der neuen Situation klarkommen. Das ist meistens recht charmant und gleitet nur manchmal ins Pathos ab. Dennoch: Mit antiquierten Spezialeffekten bleibt "Fantastic Four" eine etwas altmodisch wirkende Comic-Verfilmung, die eher an den Anfang der "Comic-im-Kino"-Reihe gepasst hätte.

Zeitgemäßer, aber auch hirnloser kam im vergangenen Jahr die Fortsetzung "Rise of the Silver Surfer" daher. Auf der Erfolgswelle des Vorgängers konnte sie allerdings nicht schwimmen, weshalb ein dritter Teil vorerst nicht zur Debatte steht. Macht aber nichts, das Comic-Kinojahr 2008 wird trotzdem super: Am 1. Mai kommt "Iron Man" in die Kinos, im Juli folgt ihm die grüne Marvel-Urgewalt "Hulk".

Andreas Fischer



Heißer Feger: Johnny Storm (Chris Evans) mutiert zur menschlichen Fackel.
Heißer Feger: Johnny Storm (Chris Evans) mutiert zur menschlichen Fackel. (ProSieben / Constantin Film Produktion GmbH)

Invisible Girl (Jessica Alba) kann sich nicht nur unsichtbar machen, sondern auch Kraftfelder aufbauen.
Invisible Girl (Jessica Alba) kann sich nicht nur unsichtbar machen, sondern auch Kraftfelder aufbauen. (ProSieben / Constantin Film Produktion GmbH)

Ben Grimm (Michael Chiklis) hat sicherlich am meisten unter seiner Verwandlung zu leiden: Aus ihm wurde das "Ding".
Ben Grimm (Michael Chiklis) hat sicherlich am meisten unter seiner Verwandlung zu leiden: Aus ihm wurde das "Ding". (ProSieben / Constantin Film Produktion GmbH)

Datum: 09.03.2008

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Artikel ID 197016

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