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Hallam Foe - This Is My Story

Hallam Foe - This Is My Story

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Kein Schauspieler will festgelegt werden auf eine bestimmte Rolle. Doch andererseits können manche wenig dagegen tun. Jamie Bell erhielt im Jahr 2000 seinen Stempel, den er wohl erst mit zunehmendem Alter verlieren kann: Er war "Billy Elliot", der Junge, der tanzen wollte. Als "Hallam Foe" (2007) versucht der junge Brite eine andere Biografie zu gestalten, und man erkennt auch auf der jetzt erhältlichen DVD nicht, ob er sich noch dagegen wehrt, festgenagelt zu werden.

Hallam Foe statt Billy Elliot. Hallam ist definitiv kein durchschnittlicher Teenager, er ist anders als der Rest. Ein Beobachter, ein Voyeur, und er will seiner Umwelt eher Boshaftes. Er malt sich Lippenstiftkringel um die Brustwarzen und zieht in seinen persönlichen Krieg. Seine familiäre Situation stimmt ihn unzufrieden, und seine Attacken gehen so weit, dass er bald aus den heimischen Highlands ausquartiert wird.

Wo soll er nun im fremden Edinburgh Paare beim Sex, oder zumindest beim Vorspiel beobachten, wovon eigentlich leben? Wenigstens diesen beiden Fragen widmet sich das Drehbuch, das den Roman von Peter Jinks sehr komprimiert. Hallam sitzt alleine auf den Dächern einer fremden Stadt und beobachtet die Menschen. Er bekommt einen Tellerwäscher-Job in einem Hotel und langsam das Gefühl, auf eigenen Beinen zu stehen. Doch die Frau, in die er sich verliebt (Sophia Myles), darf nicht irgendjemand sein. Sie ist seine Vorgesetzte, wesentlich älter als er, sieht aus wie seine tote Mutter und hat überdies ein kompliziertes Sexualleben. Das ist viel auf einmal.

Dazu kommen die widersprüchlichen Charaktereigenschaften des 17-Jährigen, die auch Jamie Bell überfordern. Der versucht, den stillen Hallam zunächst sympathisch zu zeichnen: Ein Junge, der selbst dann drollig schaut, wenn er gerade im Baumhaus mit seiner Stiefmutter geschlafen hat. Ein Ereignis, das zumindest der Zuschauer erst einmal verdauen und einordnen möchte. Doch Mackenzie erzählt schon weiter, ist längst in Edinburgh, wo er seinen Foe erwachsen werden lässt. Dabei brüskiert der Teenager andere Leute, ist clever, sensibel, feindselig und rücksichtslos. Das fordert dem Zuschauer einiges, vielleicht auch ein Stirnrunzeln, ab.

Regisseur Mackenzie wählt einen schwindelerregenden Verlauf, schwelgt immer wieder unvermittelt in schönen Bildern, lässt aufgenommene Fäden fallen und nimmt dadurch seine Figuren nicht wirklich ernst. Dabei hätte die Story, würde sie sich nicht so arg verzetteln, viel Potenzial. Dazu darf man nur nicht auf Zwischentöne verzichten. Und Jamie Bell? Der spielt demnächst einen kratzbürstigen Rebellen im Fantasy-Actioner "Jumper" (Kinostart: 27. März). Dabei stiehlt er zumindest dem blassen Hauptdarsteller Hayden Christensen (Anakin Skywalker aus den "Star Wars" Episoden II und III) mit Leichtigkeit die Show.

Mit einem enttäuschenden Bonusteil und einer nicht völlig überzeugenden technischen Ausstattung ist die DVD eher Mittelmaß. Als Extras gibt es lediglich einige kurze Interviewhäppchen, die sehr PR-lastig sind, sowie einen 15-minütigen unkommentierten Setbesuch. Auch das bisweilen schwammig wirkende Bild und der etwas zu zurückhaltende Ton sind nicht völlig überzeugend.

Vera Seeberg

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch
extras Am Set; Interviews
laufzeit 96 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 17 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton befriedigend
bewertung extras mangelhaft

Credits:
(GB 2007, R: David Mackenzie, D: Sophia Myles, Jamie Bell, Claire Forlani u.a.)


In "Hallam Foe" versuchte Jamie Bell einmal mehr, seiner Rolle als "Billy Elliot" zu entwachsen.
In "Hallam Foe" versuchte Jamie Bell einmal mehr, seiner Rolle als "Billy Elliot" zu entwachsen. (Universal)

Auf den Dächern von Edinburgh fühlt sich der Voyeur Hallam Foe (Jamie Bell) am wohlsten.
Auf den Dächern von Edinburgh fühlt sich der Voyeur Hallam Foe (Jamie Bell) am wohlsten. (Universal)

Kate (Sophia Myles) verschafft Hallam einen Job im Hotel.
Kate (Sophia Myles) verschafft Hallam einen Job im Hotel. (Universal)

Datum: 09.03.2008

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