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Lupe Fiasco - The Cool

Lupe Fiasco The Cool

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Gold hätte schon drin sein müssen. Aber Lupe Fiascos Debüt "Food and Liquor" schrammte knapp an einer Edelmetallplakette vorbei. Von einem Lupe Fiasko kann trotzdem nicht die Rede sein: Das Grammy-Komitee spendierte einen Preis und drei Nominierungen, die komplette Conscious-HipHop-Riege verneigte sich, die Szene jubelte. "The Cool", in den Staaten bereits seit Dezember im Handel, sollte richtig machen, was zuvor schief ging. Und noch mehr schaffen: Vollmundig versprach der ehrgeizige Lyricist, der sich als gläubiger Moslem vom Alkohol fernhält und Groupies links liegen lässt, ein Konzeptalbum, das als Kritik an der Hood-Realität zu verstehen wäre. Doch die Verkaufszahlen sind enttäuschend, und die Deutung der Platte erfordert reichlich Fantasie. Dennoch: "The Cool" ist cool.

Inspiration für das neue Album sei Lupe Fiasco zufolge der gleichnamige Track vom Vorgänger gewesen. Darin wird, etwas kryptisch, wie er es von seinen Vorbildern Nas und Jay-Z gelernt hat, die Geschichte eines Hustlers erzählt, dessen Raffgier ihn ins Grab brachte. Auf der neuen Platte heißt dieser Hustler Michael Young History, oder eben The Cool, weil er für das steht, was fälschlicherweise als cool gilt, für Drogen, Sex und Gewalt. Doch The Cool und seine metaphorischen Gegenspieler The Streets und The Game sind nur mit viel interpretatorischem Geschick auf der Platte auszumachen.

Egal, denn das Album kommt gut ohne verkopfte Poetisierung aus. Weil Lupe Fiasco schlicht und einfach fett rappt. Schon der Opener "Go Go Gadget Flow" lässt Skeptiker verstummen: Über brettharte Drums und zarte, tröpfelnde Streicher lässt Lu einen double-time-Part vom Stapel, der sich gewaschen hat. Manchmal nervt sein allgegenwärtiger moralischer Zeigefinger, besser als das einfallslose Gangstarap-Geplapper der Kollegen ist das jedoch allemal. Seine wahre Größe entfaltet Fiascos Rap, wenn er Geschichten erzählt wie auf "Intruder Alert", "Little Weapon" oder "The Coolest".

Die Gästeliste ist so lang wie unbekannt. Bis auf Snoop Dogg kommen beinahe alle Kollaborateure aus dem Umfeld des Chicagoer MCs. Am besten bleiben der Rapper Gemstones, die Sängerin Sarah Green und der Coldplay-Klon Matthew Santos in Erinnerung. Auch der Großteil der Beats kommt vom hauseigenen Produzenten Soundtrakk, der ganze Arbeit leistet. Trotz vielseitiger, manchmal sogar mutiger Instrumentals und ambitionierter Strophen, klingt "The Cool" hier und da beliebig. Auch im zweiten Anlauf liefert Lupe Fiasco nicht den Klassiker ab, zu dem er imstande zu sein scheint. Nicht aufgeben!

Gregor Jossé


Datum: 10.03.2008

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