House of Wax
House of Wax(tsch) Schlimmer als jede Beinhaarentfernung mit Heißwachs: Das Horror-Remake "House of Wax" schickt sechs All-American-Teenies in eine Geisterstadt, in der sie nicht nur vor Furcht erstarren. Den Zuschauer gruselt's besonders bei der durchwachsenen Schauspielleistung von Paris Hilton, die hier allenfalls - wie unlängst bei ihrer Geburtstagsfeier - durch einen etwas linkischen Striptease auffällt. ProSieben zeigt den Streifen (2005) nun erstmals im deutschen Free-TV. Anzeige Eigentlich wollten Carly (Elisha Cuthbert, "24"), ihr Freund Wade (Jared Paldecki, "Supernatural"), ihr kleinkrimineller Zwillingsbruder Nick (Chad Michael Murray), die blonde Paige (Paris Hilton) mit ihrem Lover Blake (Robert Ri'chard) sowie der klassische Loser Dalton (Jon Abrahams) zu einem wichtigen Football-Spiel fahren. Unterwegs wird gecampt, am nächsten Morgen ist das Auto kaputt. Ein bemitleidenswerter Dorfnarr karrt Carly mit Wade in den angrenzenden Ort Ambrose, wo die beiden nur schnell einen Keilriemen besorgen wollten. Ausgeblichene Farben bestimmen das Bild des Städchens, dessen einzige Attraktion ein Wachsfigurenkabinett ist. Den Grund für die Lebensechtheit der ausgestellten Figuren müssen die Teenager allerdings schon bald nach bewährtem Genre-Muster am eigenen Leib erfahren. Beklemmung macht sich jedoch nur beim ersten Opfer breit, dessen detailverliebt inszenierte Einwachsprozedur dem Zuschauer regelrecht auf der Haut brennt. Die Knallerszene geht allerdings auf das Konto von Paris Hilton (im US-Kino derzeit in "The Hottie and the Nottie" zu sehen): Die Blondine verliert bei ihrem Tod nichts weiter als ihr Hirn ... Da die pathetisch-platten Dialoge nicht allzu viel zur Klärung der Motivation des Killers beitragen, knallt Regisseur Jaume Collet-Serra seinen Zuschauern die Symbol-Keule ins Gesicht. Guter Zwilling - böser Zwilling: Das sind Nick und Carly, ein geisteskranker Ozzy-Osbourne-Verschnitt und sein Bruder Bo (Brian van Holt aus "Black Hawk Down" in einer Doppelrolle), und im einzigen Kino der Stadt läuft, mittlerweile wohl seit Jahren und vor dem ständig selben Publikum, der Gruselklassiker "Was geschah wirklich mit Baby Jane?" (1962). Zudem wurden die Wachsskulpturen im Museum allesamt von einem Vincent signiert - das Böse winkt hier mit dem Zaunpfahl ... Die Effekte des Films sind indes auffällig gut. 20 Tonnen Wachs karrte die Produktion nach Guanaba in Queensland / Australien, um das Wachsfigurenkabinett zu gestalten. Dort sind nicht nur die Figuren aus der formbaren Masse, sondern das gesamte Gebäude. So wird das furiose Finale zur Augenweide für Horror-Fans. Die übrig gebliebenen Verfolgten glitschen durch die triefende Kulisse, aus den Exponaten werden verweste Leichen. So entwickelt sich "House of Wax" zwar nicht verbal, doch immerhin optisch zu einem mitreißenden Horror-Trip in eine butterzarte Welt aus Wachs. Gerd Hilber |
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