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Ein freundlicher DienstleisterSchauspieler Dwayne Johnson (tsch) "Dwayne kommt gleich", ertönt es freundlich knapp über der Tischkante. Es folgt ein breites Lächeln. Ihre Zähne stehen auf Lücke. Gäbe es in Hollywood Mut zu derselben, könnten sie das Markenzeichen von Madison Pettis werden, aber vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Kinderdarstellerin auf dem Stuhl des Kieferorthopäden Platz nimmt. Derweil klettert sie auf einen freien Sessel in der Suite eines Berliner Nobelhotels am Gendarmenmarkt. Jetzt kommt er, ihr Partner aus dem Familienfilm "Daddy ohne Plan" (Kinostart: 27.03.): Dwayne Johnson, der ehemalige Wrestler The Rock, der längst die Fährte seines guten Freundes Arnold Schwarzenegger aufgenommen hat. 1,93 Meter groß ist der exotische Actionstar, mindestens. Sein eng anliegender schwarzer Pullover unterstreicht den definierten Oberkörper. Eine Macht, dieser Mann. Anzeige Stechend schwarz die Augen. Und Zähne, die so weiß sind, dass sie ins Hellblau scheinen. Der auf der Pazifikinsel Samoa geborene Mann hat nicht nur Muskeln aus Stahl, er sieht mit seinem kurz geschorenen Haar tatsächlich ernsthaft gut aus. Keine Falte findet Platz im gebräunten Gesicht. Das plumpe Grinsen, das er zu Beginn seiner Schauspielkarriere kultivierte, ist einem gewinnenden Lächeln gewichen. Die Ähnlichkeit zu The Rock, dem Wrestlingstar, der er mal war, schwindet. Johnson auf seinen enormen Bizeps zu reduzieren, ist nicht mehr gerechtfertigt. Der 35-Jährige ist smart und schlagfertig. Arroganz scheint dem derzeit prominentesten und erfolgreichsten amerikanischen Actiondarsteller fremd. Der Grund ist eine gesunde Selbsteinschätzung. Immer wieder betonte er in der Vergangenheit, dass er keinen Oscar bekommen wird und für seine Gesangseinlagen keinen Grammy. Das stimmt auch noch für "Daddy ohne Plan", eine Komödie, die sich nach holprigem Anfang in einen sentimentalen Familienstreifen wandelt. Johnson spielt einen Footballprofi, der seine vier Loftwände mit Bildern von sich tapeziert. Sein Lebensmittelpunkt ist er selbst, bis Madison Pettis als die Tochter, von der er nichts wusste, in sein Leben tritt. Der Film wurde für ihn maßgeschneidert: "Es gibt da interessante und ironische Aspekte - denn genau das wollte ich sein, ein erfolgreicher Footballplayer." Es kam nicht dazu, sein Knie stand ihm im Weg. Der zweite Punkt, bei dem seine Biografie aufgegriffen zu sein scheint, befasst sich mit dem Thema selbstlose Liebe: "Das ist es genau, was ich erfahren habe, als vor sechs Jahren meine Tochter geboren wurde. Aufgrund dieser Parallelen konnte ich ganz schön aus meinem Leben schöpfen", sagt er und rückt sich ein Kissen zurecht, um seinen Rücken zu stützen. "Daddy ohne Plan" sorgte für einige Aufregung zu Hause. "Es war meine erste Produktion, die unser Kind sehen durfte, sie hat Madison kennengelernt, unterschied souverän zwischen Realität und Fiktion, war aber ob der Trennung der beiden sehr berührt." - "Wie ich auch", fügt Pettis an, legt beide Hände auf ihren Brustkorb und schmiegt sich, ganz Vollblutschauspielerin, an Dwayne Johnson. Den Mann, dessen Filme sie nicht kennt - wie sie mit verlegenem Lächeln bekräftigt. "Wie, du hast 'Doom' nicht gesehen? Du auch nicht?", scherzt ihr Filmpapa über seine nicht sonderlich erfolgreiche Adaption des Videospielklassikers. Seine eigene Tochter Simone Alexandra zieht es indes nicht ins Geschäft. Der einflussreiche Athlet hätte, wie es sein Freund Will Smith tat oder hierzulande Til Schweiger, sein Kind vor die Kamera stellen können. Aber: "Sie hat keine Schauspielpläne. Ganz und gar nicht. Sie ist passionierte Reiterin. Das reicht ihr." Mehr brauche sie nicht, um sich wohl zu fühlen. Für seine Kleine sei ein "Star" alles Mögliche, "aber nicht Dad". Um ihn mache die kleine Miss Johnson kein großes Aufhebens. Wie populär ihr Vater ist, kann sie an der wenigen Freizeit ableiten, die er noch übrig hat. Er dreht ununterbrochen, wechselt ständig das Genre, um sich weiterzubilden in seiner dritten Karriere, die er demütig und dankbar erlebt. Aufgewachsen in Hawaii, galt Familie sehr viel. Nach dem geplatzten Traum von der NFL stieg Dwayne, der Tradition verpflichtet, 1995 erstmals in den Ring, um zu wrestlen, wie sein Vater und sein Großvater auch. Wrestling ist Unterhaltung, Show, es gibt ein Konzept, sogar Drehbücher.Eine gute Vorbereitung für das, was der durchtrainierte Sportler eigentlich wollte: Schauspieler werden. Er verlangt jederzeit, das Bestmögliche aus sich rauszuholen. Selbst für seine Mini-Rolle in "Die Mumie kehrt zurück" (2001) nahm er Schauspielunterricht, ließ sich deswegen ob seiner Ambitioniertheit auslachen vom Coach. Gerade entsteht das Action-Remake "The Witchmountain", wiederum unter "Daddy"-Regisseur Andy Fickman. Das Fantasy-Abenteuer aus den Siebzigern werde laut Johnson auf "Independence Day" getrimmt, "mit Außerirdischen und Raumschiffen". Und im Sommer fügt sich nahtlos die nächste Komödie an, mit ihm in der Titelrolle: "The Tooth Fairy", die erste Zahnfee-Geschichte ganz ohne Mord und Horror. Ob sein Weg nicht zwangsläufig zur Regie führe? "Davon bin ich weit weg", sagt er, allzeit bescheiden. "Bisher bin ich nur mit Regisseuren befreundet und ich habe eine Menge Respekt vor ihrer Arbeit. Aber wenn, dann vielleicht eine Komödie", spekuliert Johnson vorsichtig. Er hat gerade seine erste Animationsfilmerfahrung hinter sich, die ihn staunen ließ wie einen Schüler. "Du musst alles, was du ausdrücken möchtest, in die Stimme legen. Mehr hast du nicht", sagt er ehrfürchtig und rollt mit den Augen. Er lacht laut, gestikuliert ausschweifend mit seinen erstaunlich zarten Händen, findet stets freundliche Worte, nimmt die Kleine in den Arm und erzählt vom Filmhund, der so alt war, dass er anschließend in Rente gehen musste. Der Mann weiß, was gern gesehen wird. Er bietet den Leuten eine Show. Ob im Interview, am Set oder im Film. Dwayne Johnson ist witzig, persifliert sich selbst, zeigt aber auch, dass er kein tumber Typ ist, der immer noch am liebsten seinen Partner auf den Boden knallt wie beim Wrestling. Er ist ein zurückhaltender, freundlicher Mann mit einem klaren Blick, ein Dienstleister. Mittlerweile ist er mit großen Namen in Hollywood befreundet, vorwiegend den alten Action-Heroen wie Stallone oder Willis, Arnold Schwarzenegger ernannte ihn zum National Spokesman seiner "After School"-Kampagne. Der First Lady habe er schon die Hand geschüttelt und mit Barack Obama und Hillary Clinton gesprochen, den beiden Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. "Auch für den Republikaner John McCain gibt es eine Menge Respekt", erklärt Johnson. Aber er möchte das nicht in der Öffentlichkeit austragen, noch nicht. "Ich halte es für besser, erst mal die Vorwahlen, diesen dynamischen Prozess zu beobachten, um die Charaktere beurteilen zu können. Ich glaube, die nationale Sicherheit sollte an erster Stelle stehen." Und mit Blick auf die neunjährige Madison meint er: "Das macht dir doch nichts aus, dass wir eine politische Diskussion hieraus machen, oder?" Claudia Nitsche |
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