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Strajk - Die Heldin von Danzig

Strajk - Die Heldin von Danzig

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So groß die Ereignisse auch gewesen sein mögen, so bedeutend und wichtig, ins Rollen gebracht hat sie eine einfache Kranführerin, die sich nicht verbiegen lassen wollte: Volker Schlöndorff erzählt im jetzt auf DVD erhältlichen "Strajk - Die Heldin von Danzig" (2006) von den Ereignissen, die 1980 zur Gründung von Solidarnosc, der ersten freien Gewerkschaft im Ostblock, führten und in der Konsequenz dessen Zusammenbruch ermöglichten. In Zentrum der großen Geschichte steht eine kleine Frau, die mit ihrer Courage und ihrem unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit die Welt verändert hat. Obwohl sie doch nur heiße Suppe und saubere Toiletten für die Belegschaft wollte.

Agniezska heißt diese Frau in "Strajk" und wird von der instinktsicheren Katharina Thalbach kraftvoll und resolut gespielt. Diese Agniezska ist eine Kunstfigur, die sich den dramaturgischen Regeln des Films unterordnet. Aber sie hat ein reales Vorbild: Anna Walentynowicz ist heute 78 Jahre alt, lebt immer noch in Danzig und hat sich lange gegen den Spielfilm, der von Sylke Rene Meyers Dokumentarfilm "Wer ist Anna Walentynowicz?" (2002) inspiriert wurde, gewehrt.

Volker Schlöndorff erzählt eine Ballade von der heiligen kleinen Agnieszka, ohne ihr einen Heiligenschein aufzusetzen. Sie ist, wie sie ist - eine einfache Arbeiterin, die das Lesen erst als Erwachsene lernt, weil sie Kranführerin werden will. Sie sieht, dass durch ständige Preiserhöhungen den Leuten das Nötigste vorenthalten wird. Und sie sagt, was sie denkt - auch der Partei und den systemtreuen Funktionären ins Gesicht. Es sind keine Unverschämtheiten, sondern Hinweise auf real existierende Probleme im real existierenden Sozialismus. Und die sind da, um gelöst zu werden.

"Strajk" zeigt die derbe Schönheit der Arbeit und der Arbeiter, baut in den fiktionalisierten Historienfilm immer wieder Dokumentarfilmausschnitte ein und kombiniert das alles mit der modernen, metallischen Musik von Jean Michel Jarre. Der Franzose hatte 2005 für ein Konzert anlässlich des 25. Jahrestages des Streiks Musik komponiert, die Elemente der Werftarbeit - Hammerschläge etwa - mit den für ihn typischen elektronischen Klängen verbindet und dem Film dadurch etwas Heutiges gibt.

Die Farben der opulent inszenierten Ballade sind natürlich, das Rot sticht satt hervor. Die Kontrast- und Schärfewerte der DVD fallen zufriedenstellend aus. Der Ton wird größtenteils über den Center übertragen. Die avantgardistische Filmmusik Jean-Michel Jarres dringt hingegen aus allen vorhandenen Boxen. Der Bonusteil umfasst lediglich ein durchschnittliches Making Of sowie eine Fotogalerie.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,78:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (2.0), Polnisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Making Of; Fotogalerie
laufzeit 104 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 17 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton befriedigend
bewertung extras ausreichend

Credits:
(D / PL 2006, R: Volker Schlöndorff, D: Katharina Thalbach, Andrzej Chyra, Dominique Horwitz u.a.)


"Strajk - Die Heldin von Danzig" ist Volker Schlöndorffs warmherzige Ballade über eine kleine Frau, die große (Welt-)Geschichte machte: Ihretwegen durfte die freie Gewerkschaft Solidarnosc in Polen gegründet werden.
"Strajk - Die Heldin von Danzig" ist Volker Schlöndorffs warmherzige Ballade über eine kleine Frau, die große (Welt-)Geschichte machte: Ihretwegen durfte die freie Gewerkschaft Solidarnosc in Polen gegründet werden. (Kinowelt)

Mit ihrer mobilen Suppenküche versorgte Agnieszka (Katharina Thalbach) auf der Werft nicht nur Kazimierz (Dominique Horwitz) mit heißem Mittagsessen.
Mit ihrer mobilen Suppenküche versorgte Agnieszka (Katharina Thalbach) auf der Werft nicht nur Kazimierz (Dominique Horwitz) mit heißem Mittagsessen. (Kinowelt)

Demonstration auf dem Weg zum Bezirkskomitee: Agnieszka (Katharina Thalbach) und Lech, der Elektriker (Andrzej Chyra), setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen ein.
Demonstration auf dem Weg zum Bezirkskomitee: Agnieszka (Katharina Thalbach) und Lech, der Elektriker (Andrzej Chyra), setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen ein. (Kinowelt)

Datum: 23.03.2008

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Diskussion: "Strajk - Die Heldin von Danzig"

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