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Duffy - Rockferry

Duffy Rockferry

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Der Gesamtklang dieses Albums wird von den ersten zwei Minuten ganz gut erklärt: So breit angelegt war lange keine britische Pop-Platte mehr. Bernhard Butler war's, das vorweg. Der ehemalige Suede-Gitarrist zeichnete während der Produktion des Duffy-Debüts für die meisten Arrangements verantwortlich. Es klingt anders als seine eigenen Arbeiten, ein bisschen nach den Walker Brothers oder Phil Spector. In der aktuellen Welle der jungen britischen Soul-Sängerinnen ist Duffy diejenige, die am weißesten klingt.

Ja, "Rockferry" klingt nach London, nach einem Regentag im Camdentown der späten 60er-Jahre. Vielleicht auch nach der bleiernen Schwere der Industriestädte Manchester und Liverpool. Blue Eyed Soul, könnte man sagen. Denn Duffy ist eine, die nicht schwarz klingt, aber dennoch eine verblüffend klare Stimme hat. Vergleiche zu finden, ist nicht so einfach. Sandy Shaw und ihr "Puppet On The String" könnte man nennen. Und manchmal erinnert sie an Dusty Springfield, aber deren Volumen erreicht sie nicht ganz. Das ist in Ordnung, denn Songs wie das wunderbar getragene "Warwick Avenue" mit seiner Geschichte über gebrochene Herzen oder das "Stepping Stone" sind schon als Kompositionen bemerkenswert genug, und "Mercy" verbindet einiges, das man bisher nicht unbedingt in einem Song erwartete. Einmal ist der Beat auf fast freche Art und Weise modern und dockt der Gesang nicht nur an alten Vorbildern, sondern auch am zeitgenössischen R'n'B einer Mary J. Blige an, andererseits wummert da die Orgel wie 1966 - übrigens genau auf der Akkordfolge des Jazz-Klassikers "Mercy, Mercy, Mercy". Dass dieses Stück in Großbritannien sofort an die Spitzenpositionen der Charts schoss, verwundert wirklich nicht.

Wie auch die zuletzt veröffentlichende Adele wird Duffy oft mit Amy Winehouse verglichen. Und auch hier greift der Vergleich nicht, weil Duffy schon in ihren Songs ein ganz anderes Selbstverständnis transportiert. Ihr Blues kommt nicht als selbstzerstörerisches Monster mit unfreiwilliger biografischer Schlagseite, sondern als tiefe Herzenstraurigkeit, gegen die vermutlich auch Alkohol und Tabletten nicht arg viel ausrichten könnten. Dass die Arrangements weicher sind und sich am Orchestersound der 60er-Jahre anlehnen, passt da gut dazu.

Jochen Overbeck


Datum: 26.03.2008

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Diskussion: "Duffy - Rockferry"

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