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Soul Chemistry - Discovery

Soul Chemistry Discovery

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Karl Moestl, der bei Soul Chemistry die musikalischen Fäden zieht, ist kein Unbekannter. Mit Releases auf G-Stone, dem Label des populären DJ-Duos Kruder & Dorfmeister, und als Plattendreher machte sich der Linzer Knöpfchenmusiker einen Namen in der Elektroszene. Mit Soul Chemistry wagt er sich nun in massentaugliche Gefilde vor: Rapper MC Coppa, der schon für Roni Size am Mic stand, und Sängerin Elle verpassen Moestls Synthie-Beats einen samtweichen Pop-Schliff. Gewagt mischt "Discovery" Sinn suchende Texte mit weich gespülten Refrains und elektronischen Instrumentals.

Ein Album mit den Worten "step into a better world" zu eröffnen, ist nicht unbedingt ratsam. Nicht nur, weil Heilsversprechen - auch musikalische - schwer zu halten sind, sondern schlicht, weil es so unglaublich kitschig klingt. Aber an Kitsch scheinen sich Soul Chemistry nicht zu stören, vielmehr gehört er sogar zum Fundament der Gruppe. Stellenweise klingt "Discovery" mehr nach einem Esoterikseminar zum Thema Seelsuche als nach einer Elektro-Dub-Rap-Fusion-Platte.

Schon die Titel der Tracks hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack: Soul Chemistry erzählen von "Destiny", und das nicht nur "In Your Dreamz". Sie fragen "What Is Love" und antworten mit mehr Schmalz, als es jedes Poesiealbum könnte, "Love Is My Religion". Verklärt legt MC Coppa seine idealisierten Wertevorstellungen dar und schafft es dabei, beinahe genauso plump zu wirken, wie es der Gangstarap am anderen Ende des Themenspektrums tut. Sängerin Elle haucht ihre romantisierten Plädoyers derart verträumt ins Mikro, dass sie fast durchgehend von Kollegen unterstützt werden muss, die sie mit jedem Ton mehr zur Backgroundsängerin degradieren.

Ein Glück, dass Karl Moestl da ist, um "Discovery" mit bloßer Bassgewalt vor der Esoterikmesse zu bewahren. Seine vielseitigen Beats retten, was zu retten ist. Dank extraterrestrischer Synthie-Flächen, röhrender Bässe und roher Drums glänzen Tracks wie "Between Worlds", "Belly Of The Beast", "Going Crazy". Trotz einiger Lichtblicke plätschert die Platte arg seicht dahin und beweist einmal mehr, dass gut und gut gemeint nicht gerade beste Freunde sind.

Gregor Jossé


Datum: 24.03.2008

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