Planet Terror
Planet Terror
Anzeige Sie wollten die billig produzierten Sex-, Karate-, Horror- und Actionfilme aus den Schmuddelkinos ihrer Kindheit wieder aufleben lassen - also taten sich die Regisseure Quentin Tarantino und Robert Rodriguez zusammen. Sie konzipierten ein klassisches Double Feature, unterbrochen durch aberwitzige Fake-Trailer. Ihre Idee benannten sie nach den 24-Stunden-Kinos, in denen diese Streifen gezeigt wurden: "Grindhouse". Doch die Wiederbelebung der Trash-Kultur wollte nicht so recht gelingen, in den USA zeigten sich die Zuschauer von dieser Kombination und der Länge irritiert. Im Rest der Welt wurden die Filme dann getrennt präsentiert. Auf Tarantinos "Death Proof", mit Kurt Russell, folgte der Zombie-Film "Planet Terror" von Robert Rodriguez ("Sin City", "From Dusk Till Dawn"). Und der entpuppte sich in den Videotheken als echter Kassenschlager - die Leih-DVD stand an der Spitze der Charts und war so erfolgreich, dass der Verleih kurzfristig entschlossen hatte, den Verkaufsstart um vier Wochen auf Ende März zu verschieben. Die im Genre des Zombiefilms oft vernachlässigte Frage nach dem Seuchenursprung beantwortet Rodriguez mit einem schief gelaufenen biologischen Experiment. Die Menschen werden mit etwas Geheimnisvollem infiziert, das aus dem Irak-Krieg stammt. Streng genommen haben wir es also gar nicht mit Untoten zu tun, die halb verwest ins Leben zurückkehren. Immer mehr Bewohner eines kleinen Kaffs verwandeln sich in ziemlich unansehnliche Wesen und jagen eine Gruppe noch nicht infizierter Menschen. Dafür, dass das nicht langweilig wird, sorgen extravagante und überzeichnete Hauptfiguren wie das Go-Go-Girl Cherry (Rose McGowan, bekannt aus der TV-Serie "Charmed"). Sie fühlt sich in ihrem Job unterfordert und betont ständig, lauter "unnütze Talente" zu besitzen. Eines davon, nämlich ihre Biegsamkeit, wird in einer schönen Showdown-Szene im Kampf gegen die geifernden Sickos zum Einsatz kommen. Dabei hilft ihr, dass ihr abgerissenes Bein durch ein Maschinengewehr ersetzt wurde ... Der Reiz von "Planet Terror" liegt gerade in den abgedrehten Figuren, die wohl nur der wilden Fantasie eines Robert Rodriguez entspringen können. Tarantinos "Death Proof", in dem Rose McGowen noch ein Opfer von Stuntman Mike (Kurt Russell) wurde, wirkt dagegen geradezu bodenständig. Ein geheimnisvoller Revolverheld auf einem Mini-Motorrad sorgt für erotische Spannung - und ein grillsüchtiger Ladenbesitzer mit seiner Sauce für hausgemachte Ekeleffekte. Es zeigt sich wieder einmal auf bitter sarkastische Weise, dass man kleinen Kindern keine Waffe in die Hand geben sollte. Bis ins Detail setzt Rodriguez das Ganze mit viel Witz und treffend absurden Einfällen um, sodass auch Nicht-Genre-Fans auf ihre Kosten kommen. Ein Fun-Splatter mit perfekter Make-up-Leistung und jeder Menge Special-Effects. Das Bild der DVD wirkt über weite Strecken etwas staubig und trübe, was jedoch keineswegs eine Schwäche ist, sondern vielmehr eine adäquate Wiedergabe der eigenwilligen Technik des Regisseurs. Alles wie im Kino - Bestnoten also. Kraftvoll und ohne jeden Makel ist auch der Sound, in der deutschen Sprachversion wahlweise in Dolby Digital 5.1 oder DTS, der die Schießereien ebenso wie die Dialoge glänzend wiedergibt und immer wieder mit räumlichen Möglichkeiten spielt. Der Film steht als Einzel-DVD ohne Bonusmaterial in den Videotheken. Eine identische Version wird ab 31. März in den Handel gebracht. Zusätzlich wird es auch eine Doppel-DVD mit zahlreichen Extras zu kaufen geben. Alfred Kunze bewertungsbox
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Credits: |
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