logo
Anzeige
Cineastentreff Kino Film Neue Platten - Musik News Kino Film Joy Division - The Best Of
Joy Division - The Best Of

Joy Division The Best Of

Anzeige

 

Nachdem Joy Division durch "Control", Anton Corbijns filmische Hommage an das Quartett aus Manchester, den zu erwarteten Medien-Hype durchwanderten, wird es nun Zeit für das - laut Plattenfirmen-Litanei - "definitive Best-Of-Album, auf das man fast drei Jahrzehnte warten musste". Nach kurzer Begutachtung der Trackliste von "The Best Of" wird jedoch schnell klar, dass diese Aussage ausgemachter Blödsinn ist.

Die seit vielen Jahren erhältlichen Sampler "Still", "Substance", "Permanent" sowie "The Complete Peel Sessions" enthalten eigentlich alles, was auch auf dieser neuen Doppel-CD zu finden ist. Der prägende Unterschied besteht einzig darin, dass diesmal nicht ausschließlich Material von Singles, EPs, Livemitschnitten und raren Samplerbeiträgen berücksichtigt wurde, sondern auch Tracks der beiden Studioalben "Unknown Pleasures" und "Closer". Wen das nicht stört, der findet auf "The Best Of" freilich ein Sammelsurium formidabler Songs. Die auf den Punkt gebrachte Monotonie von Gitarre, Bass und Rhythmus, die häppchenweise vorgeworfenen Melodien und Ian Curtis' einzigartig entrücktes Organ sind und bleiben einfach unerreicht.

Ausgehend von der ruppigen Anfangsphase des legendären Vierers hören wir das ungestüme "Digital" gleich zu Beginn. Danach werden düstere Brocken aus dem Debüt gereicht ("Disorder", "Shadowplay", "New Dawn Fades") und die bekanntesten Non-Album-Tracks präsentiert, darunter "Love Will Tear Us Apart", "Dead Souls" und "Atmosphere". Die etwas opulenter arrangierten Stücke der Spätphase ("Twenty Four Hours", "Isolation", "Heart And Soul") machen auch heute noch jeden Düster-Rocker fertig, ebenso wie der geniale Instrumental-Hammer "Incubation".

Dass die ohnehin auf diesem Sampler überpriorisierten Singles "She's Lost Control" und "Transmission" ein drittes Mal (als exklusive Darbietung in der britischen TV-Show "Something Else") mit drauf gepackt wurden, wäre nicht nötig gewesen, auch wenn es hinsichtlich der lückenlosen Dokumentation von Joy Divisons Geschichte durchaus Sinn macht. Die letzten dreieinhalb Minuten gehören Ian Curtis und Drummer Stephen Morris, die als damalige Newcomer von Englands Radio-Legende Richard Skinner im Jahr 1979 interviewt wurden. Kaum zu glauben, dass der hier so sorglos plaudernde Curtis kein Jahr später den Sinn seines jungen Lebens aus dem Blickfeld verlor und sich von der Welt verabschiedete.

Wem ein einziges Album von Joy Division reicht, sollte dieses hier nehmen. Wohl auch, weil der aufpolierte, neu gemasterte und nach vorne gemischte Sound eher den heutigen "digitalen" Hörgewohnheiten entspricht.

Constantin Aravanlis


Datum: 01.04.2008

Facebook aktivieren

Diskussion: "Joy Division - The Best Of"

Um eine Diskussion zu "Joy Division - The Best Of" zu beginnen melden Sie sich bitte im Forum an. Wenn Sie noch nicht registriert sind, können sie sich jetzt registrieren um an den Diskussionen teilzunehmen.
Artikel ID 199237

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Buckethead: Spinal Clock
    Auf seinem 31. Soloalbum wechselt Avantgarde-Gitarrist Buckethead das Instrument – ein kompletter Longplayer, nur mit einem Banjo aufgenommen. Nach längerer Krankheit verarbeitet der Musiker aus San Francisco ...

    Axl Rose & Duff McKagan treten gemeinsam auf
    Als Guns N’ Roses am 14. Oktober vor der ausverkauften O2-Arena in London spielten erwartete die Fans eine besondere Überraschung: Plötzlich stand kein geringerer als Duff McKagan auf der Bühne – der Bassist ...

    Duff McKagan rockt im Kino
    Duff McKagan hat mit seiner Band Loaded im August 2010 ein neues Album aufgenommen. Der ebenso wie der Musiker aus Seattle stammende Filmemacher Jamie Burton Chamberlin hat die Produktion im Studio begleitet ...

    Chinese Democracy: Zwei Jahre danach
    Am 22. November jährt sich die Veröffentlichung von „Chinese Democracy“ zum zweiten Mal – dem Album, das gut 15 Jahre Produktionszeit und über 13 Millionen Dollar Produktionskosten verschlungen hat, das ...

    Kid Rock: Born Free
    R. J. Ritchie alias Kid Rock ist im Jetzt angekommen. Gemeinsam mit Cash-Produzent Rick Rubin und zahlreichen honorigen Gastmusikern hat er ein Album aufgenommen, das zu dem amerikanischen Album schlechthin ...

    Buckethead: Captain EO’s Voyage
    Das wievielte Studioalbum von Avantgarde-Klampfer Buckethead ist das nun? Das dreißigste? Oder doch schon das vierzigste? Egal, man kann es nicht mehr zählen. Soviel steht fest: Es ist sein drittes Solowerk ...


 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 74 - id = 4602 - task = view - option = com_content - limitstart= 0