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21

21

(tsch) Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir. Endlich versteht man diesen Satz. All die undurchsichtigen, scheinbar nutzlosen mathematischen Kunststückchen sind nicht gut für das spätere Dasein im Elfenbeinturm, sondern öffnen Tür und Tor zu Glanz und Glamour - glaubt man Regisseur Robert Luketic und seinem jungen Spieler-Drama "21".

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21 ist die magische Zahl beim Black Jack. Die 21 gewinnt, alles darüber hinaus wandert an die Bank. Ein sicheres Geschäft für die Casinos. Es sei denn, man zählt mit. Dieses Verfahren ist natürlich hochkomplex und kann im Film nur angedeutet werden. Wäre ja auch ein wenig zu viel erwartet, erhielte man bei einem Kinobesuch die Anleitung für den großen Coup in der Spielbank.

Dennoch basiert "21" auf einer wahren Geschichte. Man hätte sie melodramatischer verpacken können, denn Ben (Jim Sturgess) ist ein mittelloses Mathematikgenie. Er hat überdies nur den einen Wunsch, in Harvard zu studieren. Ein Langweiler, wenn auch ein sympathischer. Newcomer Jim Sturgess findet einen ansprechenden Mix für seine Figur. Er ist harmlos, aber auch keck, wie er so im Herrenoberbekleidungsgeschäft sämtliche Rabatte im Kopf ausrechnet. Da mag die Kundschaft staunen, doch Geld bringt das natürlich keines.

Auftritt Kevin Spacey. Der Zuschauer hat ihn vermisst, hat sich der Ausnahmemann doch rar gemacht in letzter Zeit. Als Mathematikprofessor, der die Besten in seiner Klasse zur Casino-Abzocke anleitet, kehrt er zurück. Ein rhetorisches Ass.

So sieht man ihn gerne, als Leitwolf eines bunten Teams intelligenter Heranwachsender. Der witzige und chaotische Asiate, zwei hübsche Mädchen und ein Heißsporn, der anfängt, sich selbst zu überschätzen. Jene explosive Mischung dirigiert Spacey souverän.

Die Einführung des neuen, natürlich besten Spielers, den er je hatte, dauert überraschend lang. Alle müssen lange um Ben buhlen, verlorene Zeit angesichts der Ausrichtung des Films. Hier wird gezockt, hier wird "Die Farbe des Geldes" genossen, an Scheinen gerochen. Da werden vielleicht sogar ein paar Erinnerungen wach an Martin Scorseses gleichnamiges Drama. Über 20 Jahre ist es bereits her, da Paul Newman Tom Cruise am Billardtisch unter seine Fittiche nahm. Doch hier wie dort wachsen die ambitionierten Burschen den alten Meistern über den Kopf.

"21", dieses junge, schnelle und bunte Werk passt zum Pokerwahn, der weiterhin anhält. Spacey, nach eigenem Bekunden in Mathe eine Null, hat Spaß, mal wieder vor der Kamera zu stehen und Jim Sturgess stellt sich ihm entgegen.

Der talentierte Schauspieler wandelt sich vom brav gekämmten Schüler mit Freitag-Schultertasche und altem Fahrrad zum sexy Erfolgstypen. Er bekommt das Mädchen, das er will, man schüttelt ihm die Hand. Und doch wird er tief fallen.

Luketic, der mit der Komödie "Natürlich blond" bekannt wurde, will nicht zu tief schürfen. Weiter vertraut er nicht allein auf den Reiz des Glücksspiels, sondern baut die Standard-Lovestory ein. Doppelte Anziehung wirkt besser.

Daneben gibt es einen Subplot, den Laurence Fishburne dominiert. Als Casino-Security des alten Schlags wird er durch Computer ersetzt, verliert fast alle Aufträge und sollte dringend seine Unentbehrlichkeit unter Beweis stellen. Doch auch dieses Katz-und-Maus-Spiel ist nicht verbissen inszeniert.

Dank eines Drehbuchs ohne Durchhänger entwickelt sich "21" zu guter Unterhaltung. Das alte Leid vom schnellen Glück, vom Übermut zur falschen Zeit, frisch und ansprechend verpackt.

Claudia Nitsche

Credits:
V:Sony Pictures, USA 2008, R: Robert Luketic, D: Kevin Spacey, Kate Bosworth, Jim Sturgess u.a.

Laufzeit: 123 Min.

Kinostart:
10. März 2008


Hoch begabte Studenten machen sich auf in die Casinos von Las Vegas, um am Blackjack-Tisch Millionen zu kassieren.
Hoch begabte Studenten machen sich auf in die Casinos von Las Vegas, um am Blackjack-Tisch Millionen zu kassieren. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)

Der Mathematik-Professor Mickey Rosa (Kevin Spacey) sucht ganz besondere Talente.
Der Mathematik-Professor Mickey Rosa (Kevin Spacey) sucht ganz besondere Talente. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)

Mickey Rosa (Kevin Spacey) hofft, seinen besten Schüler Ben (Jim Sturgess) für das Blackjack-Team zu gewinnen.
Mickey Rosa (Kevin Spacey) hofft, seinen besten Schüler Ben (Jim Sturgess) für das Blackjack-Team zu gewinnen. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)

Datum: 05.04.2008

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Diskussion: "21"

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