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The Kooks - Konk

The Kooks Konk

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Ein gesundes Selbstbewusstsein hat bei Englands Popbands seit jeher gute Tradition. Im Land der Beatles, Kinks und Rolling Stones reicht es nicht allein, ein originelles, gutes Album aufzunehmen. Hier zielt man gern aufs Ganze, auf Gitarrenhymnen für die Welt und die Ewigkeit, darunter nicht. Mit einem zwei Millionen Mal verkauften Album im Rücken lässt sich solche Hybris verständlicherweise gleich leichter schultern. Die Kooks aus Brighton waren vor zwei Jahren eine sogenannte Band der Stunde, schüttelten auf "Inside In / Inside Out" eine Handvoll süffigster Singles aus dem Füllhorn, darunter den lauschigen Überhit "Naive", um den einen Spätsommer lang keine Indiedisco herumkam. Mit dem Nachfolger "Konk" planen die Kooks, den jungen Ruhm zu zementieren, wozu sie auf Altbewährtes zurückgreifen: klassischen britischen Gitarrenpop, den jeder mögen soll, zu jeder Zeit.

Gleich der Opener "See The Sun" ruft das wohlige Temperament eines genuinen Evergreens wach, den eigentlich niemand nicht mögen kann. Über fluffigen Uptempo-Akkorden fügt sich eine quengelige Leadgitarre gekonnt in den auskomponierten Melodiebogen. Die Single "Always Where I Need To Be" beginnt druckvoller und mündet in einen extrem eingängigen Dududuptu-Chorus, den man im Grunde schon vor dem ersten Hören mitsingen kann.

Da sich die Kooks zu ganz Großem berufen fühlen, scheuen sie naturgemäß auch vor großen Namen nicht zurück. Tatsächlich steht ihnen das elegante Understatement eines Ray Davis am besten, in dessen "Konk"-Studios sich die Band für die Aufnahmen eingemietet hat und dessen Geist sie via Albumtitel noch einmal heraufbeschwören. Am überzeugendsten gelingt ihnen dies bei "Mr. Maker", einem zuckersüßen, luftigen Stück Sixties-Pop, das wie anstrengungslos aus dem Ärmel geschüttelt der beste Track des Albums ist.

"Wir haben immer unheimlich viel Material", weist sich Leadgitarrist Hugh Harris als fleißigen Handwerker seiner Zunft aus. Umso erstaunlicher ist es dann, dass den Kooks nach dem ersten Albumviertel nicht mehr viel einfällt. Schon "Do You Wanna" nervt mit abgestandenen Rockriffs, die einen eher uninspirierten Song zwischendurch aufmöbeln sollen. "Gap" ist kitschig, "Love It All" schnell vergessen. Das gewitzt rumpelnde "Stormy Weather" hat wieder Single-Potenzial, doch dann gehen Leichtigkeit und Esprit erneut den Bach runter. Die trübe Hymne "Shine On", der ganze Stolz der Band, ist eine noch langweiligere Variation der späten Oasis, mit denen die Kooks überdies den Hang zu ultimativ banalen Lyrics teilen.

Man kann sich die Kooks vielleicht als die kleinen Brüder von Mando Diao vorstellen, einen Tick sympathischer, da einen Tick dezenter in der Attitüde. Dennoch teilen sie ein gemeinsames, entscheidendes Defizit: Ihre Songs vermitteln sich dem Hörer unmittelbar, damit aber auch ohne jedes Geheimnis, ohne allzu große Raffinesse und leider auch ohne wirkliche Originalität. Ganz zweifellos wird sich "Konk" dennoch ebenso schwungvoll verkaufen wie sein Vorgänger. Ob sich aber Ray Davis eine Kopie ins Wohnzimmer stellt, wird zu beweisen sein.

Jens Szameit


Datum: 13.04.2008

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