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Alison Krauss

Alison Krauss A Hundred Miles Or More: A Collection

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Ihr erstes eigenes Album veröffentlichte Alison Krauss mit zarten 16 Jahren. Knapp zwei Jahrzehnte später ist die 35-Jährige eine mit viel Edelmetall dekorierte, im Business hoch anerkannte Sängerin. 20 Grammys und etliche andere Preise (darunter mehrere Country Music Association Awards und International Bluegrass Music Awards) zieren ihre Wohnzimmerschränke. Die deutschstämmige Blondine mit dem jungfräulichen Charme und der glockenklaren Mädchenstimme kann jedoch nicht nur singen, sondern ist, so ganz nebenbei, auch noch eine versierte Fiddlerin.

Alison Krauss stammt ursprünglich vom Bluegrass, driftete allerdings schon bald in die Gattung Kitschschnulze hinein. Aber selbst in dieser Musikrichtung ist es von Vorteil, wenn man echtes Können im Rücken hat und das Streben nach einem dickeren Geldbeutel auf einer virtuosen Basis fußt. Auf ihrer Compilation "A Hundred Miles Or More: A Collection" fasste sie vor allem ihre Lieder aus dem Genre Mainstream-Country zusammen. Leider hat sie auch Balladenpop mit auf die Scheibe gepackt, der so schmalzig ist, dass die Songs nur aufgrund der countryesken, transparenten Saitenklänge und der angenehm kristallklaren Stimme von Krauss zu ertragen sind. Trotz allem bietet diese Sammlung etwas Besonderes, denn die Titel fanden sich vorher allesamt nicht auf regulären Studioalben mit ihrer Band Union Station.

Selbst die vor Gefühlen triefenden Balladen bekommen dank Alisons Anspruch eine Gewichtigkeit und Ehrlichkeit, wie sie bei schmalzigen Songs dieser Couleur eher selten zu finden sind. Diese Qualitäten machen Alison Krauss deutlich unterscheidbar von arrivierten Mainstream-Nervensägen wie Shania Twain oder Faith Hill. Denn nicht nur Süßigkeiten finden sich auf Krauss' Collection, auch Zartbitteres.

Da wären ihre Beiträge zu diversen Soundtracks und die Treffen mit anderen Stars. Score-Songs aus "Cold Mountain", "O Brother, Where Art Thou?" oder "The Prince Of Egypt" stehen neben Aufnahmen für Tributalben oder Kooperationen mit anderen Musikern, wie den Chieftains, Natalie MacMaster, James Taylor (schmelz, was für eine Rührstück!), Sting, Brad Paisley oder John Waite. Auch fünf neue Songs brachte die Grammy-Rekordhalterin (keine Musikerin hat so viele wie sie!) auf ihrem Album unter. Der gelungene Mix aus Filmsoundtracks, Duetten und neuen Titeln machen ihre eklektische Collection zu einem Recyclingobjekt, das so lohnenswert ist, wie kaum ein anderes auf dem Markt.

Kati Hofacker


Datum: 06.09.2007

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Diskussion: "Alison Krauss"

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