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Kate Hudson und Matthew McConaughey

"Wir machen uns gegenseitig verrückt"

Schauspielerin Kate Hudson und Matthew McConaughey

(tsch) Hollywood hat ein neues Traumpaar - zumindest auf der großen Leinwand. Matthew McConaughey (38) dient schon seit mehreren Sommern dank gemeißelter Bauchmuskeln als Pin-up für seine weiblichen Fans, und die blonde Kate Hudson (29), Tochter von Goldie Hawn und Kurt Russell, steht ihrem Filmpartner mit ihrer Bikinifigur in nichts nach. Bereits vor fünf Jahren standen sie gemeinsam für die Liebeskomödie "Wie werde ich ihn los in 10 Tagen" vor der Kamera, ohne sich aber zu verlieben. Obwohl in ihrem zweiten gemeinsamen Film ("Ein Schatz zum Verlieben", Kinostart: 21.04.) erneut heftig geflirtet wird, ist in Wirklichkeit nichts dahinter: Matthew McConaughey liebt seine Freundin Camilla und erwartet mit ihr ein Baby. Trotzdem gibt er sich gelassen, spricht sogar in freundschaftlichen Worten über seine Ex-Freundin Penélope Cruz und verrät, dass er gerne einmal wieder nach Spanien reisen würde. In London sprachen McConaughey und Hudson über private Obsessionen, die Angst vorm Tauchen und nahende Elternfreuden.

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teleschau: Ihre romantische Komödie "Ein Schatz zum Verlieben" hat eine abenteuerliche Schatzsuche in der Karibik zum Thema. Wie leicht spielt es sich unter Wasser?

Kate Hudson: Das ist verdammt schwierig. Es ist nun mal so eine Sache mit der Sicherheit unter Wasser. Da kann es einem schon mal schnell mulmig werden.

teleschau: Wie haben Sie sich vorbereitet?

Hudson: Nun, ich habe schon besonders genau hingehört, als wir mit den Sicherheitsprozeduren bekannt gemacht wurden. Ich könnte jetzt wohl selbst einen Tauchlehrgang anbieten, so sehr hat sich mir das alles in mein Gedächtnis gebrannt. Es hat zwar gedauert, aber irgendwann, als ich mich an die ungewohnte Umgebung mit all der Ausrüstung an mir gewöhnt hatte, war es unproblematisch.

Matthew McConaughey: Die Verständigung ist natürlich auch völlig anders. Durch eine Taucherbrille können Blickbotschaften leicht missverstanden werden. Die Grundregel lautete: Wir mussten alles viel genauer als sonst vorchoreographieren, bevor wir abtauchten, weil wir es uns da unten nicht leisten konnten, etwas falsch zu machen. Ich habe mich selten so gefreut, ein Team um mich herum zu haben, dem ich wirklich vertrauen konnte. Denn diesmal waren wir wirklich darauf angewiesen.

teleschau: Sie sprechen von dem Klischee der Filmcrew als große Familie?

Hudson: Da ist tatsächlich etwas Wahres dran. Als ich vor einigen Jahren den Musikfilm "Almost Famous" gedreht habe, kamen wir immer zusammen und hörten uns gemeinsam alte Platten an. Das nannten wir damals "Rock School". Es hat Seltenheitswert, im Filmgeschäft auf solch intime Weise mit Kollegen verbunden zu sein. Diesmal war es ähnlich: Wir konnten unseren Kollegen wirklich vertrauen, und beim Tauchen mussten wir es diesmal auch.

teleschau: Lag es nur am Tauchen?

Hudson: Es kam natürlich vieles zusammen. Wir alle waren bei den Dreharbeiten in Australien weit weg von daheim. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich anfangs am Bug des Schiffes saß, hinunter ins Wasser schaute und schwer schlucken musste: Da schwamm ein riesiger Fisch. Derweil konnte es den anderen nicht schnell genug gehen, ins Wasser zu springen.

McConaughey: Ich habe vor allem Gefallen daran gefunden, nicht den schillernden Helden zu spielen, sondern im Gegenteil, einen absoluten Versager. Ich habe wirklich viel einstecken müssen.

teleschau: Sie beide spielen obsessive Schatzjäger, die ihr Ziel um alles in der Welt erreichen müssen, um glücklich zu werden. Was aber hat in Ihrem Privatleben Obsessionen ausgelöst?

Hudson: Obsession ist solch ein ungezogenes Wort! Aber ja: Ich bin schon mein ganzes Leben von Musik besessen. Ich kann nicht ohne Musik leben. Es gibt aber noch mehr. Ich bin besessen von ...

McConaughey: Oh yeah, sag's ... (lacht)

Hudson: … von meinem Sohn natürlich! Sein ganzes Dasein und die vielen kleinen Dinge, die er macht, die ihn auszeichnen. Zurzeit kämpft er viel mit Worten. Ihm fehlen einfach noch die Vokabeln, um all das zu sagen, was er möchte. Er hat so viele Gefühle und möchte sich erklären. Doch in seinem Eifer kommen all die Worte völlig falsch aus seinem Mund und machen nicht viel Sinn.

McConaughey: Ich bin auch besessen von einem linguistischen Problem, aber in einem etwas anderen Sinne. Ich liebe es zu reisen, vor allem dorthin, wo die Leute meine Sprache nicht verstehen. Es ist herrlich, an mir und meinem Gegenüber zu beobachten, wie wir uns mit Zeichen verständigen müssen, um uns zu verstehen, und dass wir am Ende doch dieselbe Sprache sprechen, nur eben nicht in Worten. Was mich frustriert ist, wenn solche Kommunikationsversuche scheitern. Ich möchte, dass man mich versteht.

Hudson: Vielleicht sollten wir lieber von Leidenschaft sprechen. Denn, um ehrlich zu sein, bin ich besessen von "American Idol" (dem US-Äquivalent von "Deutschland sucht den Superstar", Anm. d. Red.), aber bin ich froh über diese Obsession? Wohl eher nicht.

teleschau: Schon einmal mussten Sie vor laufender Kamera miteinander zurechtkommen. Wie schwer war es diesmal?

McConaughey: Ich wiederhole mich, wenn ich sage: Kate kann eine richtige Nervensäge sein. Wichtig ist aber, dass wir uns gegenseitig verrückt machen - auf eine nette Art und Weise. Die Dreharbeiten waren sozusagen wie eine sechsmonatige Dinner Party. Mal saßen wir zusammen, manchmal wählten wir bewusst Plätze auf der Gegenseite aus, doch dann rauften wir uns wieder zusammen. Wir mögen uns nicht rund um die Uhr, das ist doch ganz normal.

Hudson: Vor allem nicht morgens. Aber wenn man länger mit jemandem zusammenarbeitet, machen einen leicht die kleinsten Dinge verrückt. Matthew sollte sich zum Beispiel nicht jeden Tag um zehn Minuten verspäten. Aber was soll's: Matthew ist ein feiner Kerl und gab mir immer das Gefühl von Sicherheit.

teleschau: Matthew hat in diesem Film auch wieder viele Möglichkeiten, seinen durchtrainierten Oberkörper zu zeigen. Sind Sie wirklich der Draufgänger, als der Sie erscheinen?

McConaughey: Das bin doch gar nicht ich, nicht mein Körper, alles Technik, Computeranimation. Aber hey: Ich bin immer bereit für verrückte Dinge, da haben Sie Recht. (lacht).

teleschau: Werden Sie Ihren Lebensstil ändern, wenn Sie demnächst Vater werden?

McConaughey: Erst einmal muss ich sagen, dass ich ganz aufgeregt bin, schließlich sind es nur noch sechseinhalb Monate. Wir wissen auch noch nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Irgendwann werden wir es schon herausfinden. Es prasseln schon lauter Babygeschenke auf uns ein, das hört gar nicht mehr auf. Dabei können wir ja gar nicht sagen, ob wir rosa oder blaue Sachen gebrauchen können.

Hudson: Als ich das erste Mal schwanger war, wurde ich bombardiert mit Fragen, was ich denn wie machen wolle und ob ich auf alles vorbereitet sei. Doch ich dachte nur: Lasst mich doch alle erst einmal schwanger sein! Man kann keine Erwartungen haben, weil es im Leben nichts Umwerfenderes gibt, als Kinder zu haben. Wie dich deine Eltern behandeln, ist für jedes Kind einzigartig. Das muss es auch sein. Meine Eltern haben mich und meinen Bruder auch völlig anders erzogen. Natürlich hat er immer viel mehr Sachen bekommen, Ungerechtigkeiten prägten meinen Alltag (lacht). Aber jetzt mal im Ernst: Es macht einfach Spaß, Mutter zu sein.

McConaughey: Vater sein aber auch. Wir werden alle viel Spaß haben. Ich habe mich sehr verändert: Vor fünf Jahren noch war es für mich unvorstellbar, eine Familie zu gründen, geschweige denn in Hollywood zu leben und zu arbeiten. Ich wollte lieber in Texas sein und was anderes machen. Es ist alles anders gekommen, und um auf Ihre Frage zurückzukommen: Ich vertrete die Auffassung, dass Kinder so viel reisen sollten wie möglich. Wir haben in unserem Job dieses beneidenswerte Privileg. Ich möchte meine Kinder zu den Dreharbeiten mitnehmen. Dort habe ich die großartigsten Leute getroffen, die ich mir vorstellen kann. Meine Kinder sollen teilhaben an diesem Zirkus voller Kreativität.

teleschau: Wenn Ihre Kinder an Ihrer Reiselust teilhaben sollen, welche Ihrer Eigenschaften sollten sie sich lieber nicht angewöhnen?

McConaughey: Ich bin ja nicht nur weltoffen, sondern auch ein ziemlich loyaler Kerl. Meine Familie unterhält schon seit sehr langer Zeit Freundschaften mit anderen Familien. Das werde ich auch weiterhin wach halten. Man vererbt ja nicht nur seine Gene, sondern ein Kind wird auch durch seine kulturelle Umgebung geprägt. Ich wurde erzogen, meinen Mitmenschen gegenüber Respekt zu haben, vor allem für ältere Menschen. Ich wusste sofort, wenn ich etwas falsch gemacht hatte. Einmal schnappte ich in der Schule das Wort "hassen" auf und sagte zu meinem Bruder: "Ich hasse Dich". Sie können sich vorstellen, wie meine Mutter reagierte, als sie davon hörte! Aber was ich nicht vererben sollte, ist vielleicht meine Selbstsüchtigkeit. (lacht).

teleschau: Kate, wie schwer ist es, Mutter und Schauspielerin zu sein?

Hudson: Sein Arbeitsleben mit dem Berufsleben in Einklang zu bringen, ist für jede Mutter schwierig. Da spreche ich, glaube ich, für alle berufstätigen Frauen. Wenn man etwas für seine Familie opfert, dann ist es ja im Grunde gar kein Opfer. Ich habe klare Prioritäten, liebe aber auch meinen Job und habe es bisher gut geschafft, Dreharbeiten mit meinem Mutterdasein auszubalancieren. Mütter wollen aber vor allem eines sein: Mütter. Nun bin ich selber mit einer viel beschäftigten Mutter aufgewachsen, aber ich hatte nie, wirklich nie das Gefühl, dass meine Mutter nicht bei mir war. Dasselbe gilt für meinen Vater. Davon habe ich gelernt.

Leif Kramp


Verstanden sich nicht immer, aber meistens gut beim Dreh zum Abenteuerfilm "Ein Schatz zum Verlieben": Kate Hudson und Matthew McConaughey.
Verstanden sich nicht immer, aber meistens gut beim Dreh zum Abenteuerfilm "Ein Schatz zum Verlieben": Kate Hudson und Matthew McConaughey. (2008 Warner Bros. Ent.)

Kate Hudson und Matthew McConaughey drehten mit "Ein Schatz zum Verlieben" ihren zweiten gemeinsamen Film.
Kate Hudson und Matthew McConaughey drehten mit "Ein Schatz zum Verlieben" ihren zweiten gemeinsamen Film. (2008 Warner Bros. Ent.)

Kate Hudson (29) ist die Tochter der Schauspielerin Goldie Hawn und wuchs gemeinsam mit ihr und ihrem Lebenspartner Kurt Russell auf. Wenn sie von ihrem Vater spricht, meint sie ihn.
Kate Hudson (29) ist die Tochter der Schauspielerin Goldie Hawn und wuchs gemeinsam mit ihr und ihrem Lebenspartner Kurt Russell auf. Wenn sie von ihrem Vater spricht, meint sie ihn. (2008 Warner Bros. Ent.)

Datum: 18.04.2008

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