Rätselhaftes Land der Pharaonen
Nach Nostradamus und Leonardo da Vinci muss nun die ägyptische Königin Cleopatra für ein Adventure herhalten ...
(tsch) Eintauchen in eine alte Zeit - zurückkehren an bedeutende Schauplätze der Geschichte, die virtuell mit neuem Leben erfüllt und unmittelbar erlebbar werden. Das Pariser Kheops Studio hat sich ganz auf Render-Adventures mit historischem Hintergrund spezialisiert und befasste sich bislang mit Persönlichkeiten wie Nostradamus oder Leonardo da Vinci. Jetzt versetzen die Franzosen den Spieler mitten in eine Zeit der politischen Wirren im Ägypten der legendären Königin Cleopatra.
Anzeige
Thomas ist Astrologie-Student und Schüler von Akkad, dem Chef-Sternengucker der Königin Cleopatra. Doch Thomas hat nicht nur Augen für Planetenkonstellationen am Firmament, sondern auch für Akkads Tochter Isis - kurz: er ist unsterblich verliebt. Um so tragischer für ihn, dass die Angebetete samt Vater plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist.Die einzige beunruhigende Spur: Blutflecken, die auf einen heftigen Kampf hindeuten. Protagonist Thomas und Isis hatten sich schon lange angewöhnt, über versteckte, geheime Botschaften miteinander in Kontakt zu bleiben. Und so sucht man als Spieler mit Thomas aus der Ich-Perspektive die leidlich belebte Gegend des Nildeltas nach Hinweisen auf den Verbleib der beiden Verschwundenen ab. "Cleopatra - Schicksal einer Königin" bedient sich all der Elemente, die sich bereits in anderen Kheops-Spielen fanden: hübsch gerenderte Schauplätze, die zusammen mit einem dezenten Weltmusik-Soundtrack und hervorragender deutscher Sprachausgabe die Atmosphäre von gleißendem Sonnenlicht, Sand und Pyramiden perfekt heraufbeschwören. Der Spieler blickt sich per Maus in alle Richtungen um und füllt das umfangreiche Inventar mit allerlei Fundstücken, die zum Lösen der knackigen Rätsel zuweilen auch miteinander kombiniert werden müssen. Ansonsten gilt es, Zeichen und Symbole richtig zu deuten, raffinierten mechanischen Konstrukten auf den Grund zu gehen und generell seinen Sinn für logische Zusammenhänge spielen zu lassen - auch wenn dabei die Fortentwicklung der Story bisweilen gehörig ins Stocken kommt. Technisch solide, einfach zu steuern und in den Hardware-Anforderungen relativ bescheiden, haben mit "Cleopatra" auch Gelegenheits-Archäologen mit älteren PCs noch eine Chance auf bodenständigen Adventure-Spielspaß. Innovative Überraschungen im Gameplay oder spektakuläre grafische Effekte auf der Höhe der Zeit darf man dabei freilich nicht erwarten. Trotzdem: nett gemachte Unterhaltung mit anspruchsvollen Knobelaufgaben.
Herbert Aichinger
|