Die Ewigkeit und ein Tag
Die Ewigkeit und ein Tag
Anzeige Alte Männer, die sich am Rande des Todes bewegen, waren von jeher ein Motiv in den Filmen des großen griechischen Regisseurs Theo Angelopoulos. Auf eine letzte große Reise, die zugleich auch Suche war, begaben sich der alte Mann in der "Reise nach Kithera" (1983) und der "Bienenzüchter" (1986) im gleichnamigen Film. In "Die Ewigkeit und ein Tag" , dem Film, der 1998 in Cannes die "Goldene Palme" gewann, sucht ein kranker Schriftsteller nach der Vergangenheit, bevor er sich in ein Krankenhaus begibt, die wohl letzte Station seines Lebens. Vergangenheit und Gegenwart stehen in Angelopoulos' Film, den Arthaus auf einer ausgezeichneten Doppel-DVD veröffentlicht, gleichberechtigt nebeneinander. Es ist der letzte Tag in Freiheit, bevor der Dichter Alexander (Bruno Ganz) in ein Krankenhaus in Thessaloniki geht. Alexander spaziert mit seinem Hund am Hafen, er besucht seine Tochter, die nichts über seine tödliche Krankheit weiß. Sie liest ihm einen alten Brief der Mutter vor. Einen vollen, ganzen Tag nur habe sie von ihm haben wollen. Und nun soll es eben dieser Tag, sein letzter in Freiheit, sein. Die blühende Schönheit der Frau scheint den Todgeweihten ins Leben zu locken, und ihre schon gealterte Stimme erleichtert ihm in bewegenden Momenten das Verschwinden aus dieser Welt. Alexander gerät in ein merkwürdiges Hochzeitsfest, bei dem das Brautpaar im Tanz auf der Straße umeinander wirbt. Und dann begegnet der kranke Dichter einem verlorenen Jungen aus dem Nachbarland Albanien. Er liest ihn bei einem Halt an der Ampel auf, als Polizisten Jagd auf illegal eingewanderte Straßenkinder machen. Von nun an sieht man sie beide gemeinsam an diesem Wintertag in Thessaloniki unterwegs. Erinnerungen ziehen herauf, auch die Frage nach dem, was bleiben wird. Denn nichts ist wirklich vollendet worden. Der kleine Junge, der zu Beginn auf Zehenspitzen ans Meer gelaufen war, erwacht als alter Mann, den Tod vor Augen. Arthaus bringt "Die Ewigkeit und ein Tag" als gelungene Doppel-DVD heraus. Mit fast zwei Stunden Bonusmaterial ist die Zusatz-Disc umfangreich ausgestattet. Kernstück ist ein ausführliches Interview mit dem griechischen Regisseur, der im Sommer 2007 Rede und Antwort stand. Ein Making Of und eine Fotogalerie komplettieren die Extras. Auch das Bild überzeugt und ist kontrastreich, scharf und detailtreu. Lediglich beim Ton müssen einige Abstriche in Kauf genommen werden. Der Sound ist etwas blass, ihm fehlt die räumliche Dynamik. Vera Seeberg bewertungsbox
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Credits: |
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