Madonna - Hard Candy
Madonna Hard CandyAnzeige Natürlich hat niemand von Madonna erwartet, dass sie eine Singer- / Songwriter-Platte veröffentlichen würde. Und natürlich würde niemand einen Rückschritt Richtung Mittelmaß, Richtung Mirwais-Kollaboration und "American Life" (2003) begrüßen. Trotzdem ist "Hard Candy" eine Enttäuschung. Zwar ließ sich Madonna immer schon von den Bescheidwissern des Genres produzieren. Doch nachdem Stuart Price ihr zuletzt die "Confessions On A Dancefloor" (2005) durchaus glaubwürdig, teilweise sogar herrlich hinmischte, ist "Hard Candy" ausgesprochen überraschungsarm und damit symptomatisch für Pop im Jahre 2008. Duran Duran scheiterten zuletzt mit einer ganz ähnlichen Platte. Sie ließen sich auf "Red Carpet Massacre" zu Stichwortgebern derer reduzieren, die auch hier zu ganz großen Teilen für die Produktion verantwortlich zeichneten. Nun ist Madonna in Sachen Stardom, aber auch in Sachen kreativer Eigenanspruch ein paar Etagen weiter oben angesiedelt als die britische Popband. Trotzdem folgt das Album dem Weg, den schon die Single "4 Minutes" vorgab: Die Akzente auf dieser perfekten Benutzeroberfläche setzt nicht sie, das erledigen diejenigen, die auch die Arbeit machten: Justin Timberlake, Timbaland, Pharell Williams und Kanye West, um nur einige zu nennen. Die Plattenfirma erzählt irgendwas von "urbanan HipHop-Grooves" und "Future Disco". Das ist natürlich Unsinn, denn vor allem die Stücke, die nicht R'n'B, sondern Dancefloor zitieren, kommen eigenartig anachronistisch daher. Wenn die Diva da "I feel it in my heartbeat" trällert und dazu die Synthies fiepsen wie weiland bei Nick Kamens "I Promised Myself" (übrigens produziert von Madonna!), legt die Zukunft ganz schnell den Rückwärtsgang ein. Vom Song her hätte das auf jedem Album vor "Like A Prayer" sein können. Oder halt auf einem der letzten. Spannend wird's selten. Alleine das Handwerk, das stimmt bisweilen. Das von Nate Hills und Justin Timberlake geschriebene und in Szene gesetzte "Miles Away" punktet mit einem hübschen Schluckauf-Beat, "She's Not Me" wummert mit toller Basslinie, und "Devil Wouldn't Recognize You" sitzt auf einem schönen 90er-HipHop-Beat, der aber mit ganz aktuell klingendem Gepluckere angereichert wurde. Und dann ist da noch "Beat Goes On". Mit Kanye West, das sollte man schon sagen. Der beste Rapper der Welt droppt seine Lines dann auch gänzlich unbeeindruckt vom Rest der Platte. Ein Leisetreter war er noch nie, dass er hier eine gute Minute lang alles andere zur Seite schiebt, ist also schon in Ordnung. Aber eben auch symptomatisch für eine Platte, deren Essenz in ihren Beats liegt. Madonna ist Kapitän, im Maschinenraum arbeiten andere. Kann man so machen, klar. Aber manchmal klingt's halt wie Duran Duran. Jochen Overbeck |
|
| Glasvegas bieten in "Glasvegas" guten U2-Pop | |
| Spätestens, wenn Glasvegas am Ende von "Flowers & Football Tops" recht unvermittelt in den Louisiana State Song wechseln, wird klar, um was es hier geht. Aber eigentlich geht's schneller. Ein, zwei Minuten, ... | |
| The Rifles spielen in "Great Escape" auf dem Terrain von Blur | |
| Ob es nun hilft oder eher belastet, wenn Paul Weller eine junge Band protegiert, ist dann doch die Frage. Das gönnerhafte Lob des Britpop-Papas verschafft Publicity, zur Schärfung einer eigenen Identität ... | |
| Girl-Pop at its best: "It`s Not Me, It`s You" von Lilly Allen | |
| Ob Gottes Lieblingsband tatsächlich Creedence Clearwater Revival ist? Lily Allen behauptet das einfach mal. Außerdem hat der Schöpfer genug davon, dass immer noch Menschen in seinem Namen sterben. "Him", ... | |
| The Whitest Boy Alive bleiben auf "Rules" dem Minimalismus treu | |
| The Whitest Boy Alive sind eine Band aus Berlin, auch wenn ihr bekanntestes Mitglied der Norweger Erlend Øye ist. Als Teil der Kings of Convenience rief er vor acht Jahren eine neue Jugendbewegung aus: ... | |
| U2 beweisen in "No Line On The Horizon" Mut zum Experiment | |
| "Achtung Baby" - das 1991er-Meisterwerk wurde schon im Vorfeld der Veröffentlichung von "No Line On The Horizon" von ersten Ohrenzeugen als Vergleichsgröße angeführt. Schließlich begann mit jenem Album ... | |
| Pet Shop Boys sind in "Yes" endlich wieder groß | |
| Knappe Statements waren immer ein Markenzeichen der Pet Shop Boys. "Please", "Actually" oder "Very" nannten sie ihre Platten, der neue Titel heißt schlicht und ergreifend "Yes". Doch ganz so einfach verhält ... |