The Whip X Marks Destination
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Manchester. Natürlich. Dabei sind die pillenglücklichen Raverzeiten doch vorbei. Sind sie ja auch. Aber sie haben ihre Spuren hinterlassen. Bei The Whip zum Beispiel, die, ganz Kinder ihrer Stadt, ein ausgesprochenes Faible für Tanzmusik haben, elektronisch verspielte mit amtlichen Beats in abwechslungsreicher Vielfalt. "X Marks Destination" heißt das Debütalbum des Quartetts, das bereits auf einer kleinen Tour die Clubs von Hamburg bis München in helle Aufregung versetzte.Elektro-Dance-NuRave-IndieRock-Pop - es muss ja immer gelabelt werden, wenn sich eine neue Band anschickt, die Massen zu beglücken. Nun The Whip sind vor allem eines: unangestrengt. Mit geradezu aufreizender Gelassenheit, damit den Klaxons nicht unähnlich, bohren sich die zehn Songs auf "X Marks Destination" ins Ohr und geben sofort den Befehl motorisch aktiv zu werden. Einfach mal "Sister Siam" anspielen, oder sich in den Refrain-Loop von "Trash" verlieben. In der Kommandozentrale sitzt Lil' Fee, die auch den Kosenamen Drum Machine tragen könnte. Mit unheimlicher Präzision und Energie treibt diese zierliche Person mit per Hand getrommelten Beats (das muss man live sehen, um es zu glauben!) die drei Herren an. Die drei Herren, das sind Danny Saville, Nathan Sudders und Bruce Carter, die sich an Bass, Gitarre und allerlei elektrischem Gerät zu schaffen machen. Der Sound, der dabei entsteht , ist ein analoges LoFi-Spektakel, das sich im Umfeld von LCD Soundsystem, Air ("Save My Soul") und Justice wohl fühlt und manchmal in Richtung der 80er-Jahre Helden New Order schielt. Das klingt insgesamt warm und organisch, was dem Album in seinen schwächeren Tracks ("Dubsex") bisweilen fehlt, ist die Entschlossenheit, ruhig auch mal dreckig zu sein. Aber erstens und hoffentlich war das noch nicht alles von The Whip. Und zweitens: Live ist Schluss mit jeglicher Zurückhaltung. Wer's nicht glaubt: Dem Album liegt eine DVD mit einem Live-Auftritt der Band in Manchester bei.
Andreas Fischer
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