Human Trafficking - Menschenhandel
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Das Erschütterndste sind am Ende die blanken Fakten, und die liefert der Film im Abspann nach: Weltweit werden jedes Jahr rund 800.000 Menschen über Staatsgrenzen geschmuggelt. Menschenhandel ist nach Drogen- und Waffenhandel das derzeit dritterträglichste illegale Geschäft. "Human Trafficking - Menschenhandel", eine amerikanisch-kanadische TV-Produktion aus dem Jahr 2005, hat sich dieser Zahlen angenommen und sie in einen fiktionalen Stoff überführt, der aufrütteln soll. Der aufwendige und teils prominent besetzte Zweiteiler erscheint nun auf DVD.Der knallharte russische Geschäftsmann Sergej Karpovich (Robert Carlyle, "Trainspotting", "28 Weeks Later") betreibt zum Schein eine international agierende Modelagentur. In Wahrheit lässt er weltweit nach jungen Frauen und Mädchen jagen, die entweder direkt von der Straße gekidnappt oder unter falschen Versprechungen in die USA gelockt werden, wo sie zur Prostitution gezwungen werden. Da "Human Trafficking" die soziale Wirklichkeit abbilden will, führt der Film gleich mehrere Musterbeispiele parallel vor. Die schöne Russin Nadja (Laurence Leboeuf) glaubt, sie würde als Model gecastet, die Tschechin Helena (Isabelle Blais) folgt ihrem vermeintlichen Liebhaber in die USA, die kleine Annie (Sarah-Jeanne Labrosse) wird vor den Augen ihrer Mutter beim Urlaub auf den Philippinen entführt. Die Leiden der geknechteten, verkauften und misshandelten Frauen und Mädchen setzt der Film drastisch in Szene. Leider vertraut er dem dramatischen Potenzial seines Stoffes dann doch nicht. Mit der Ermittlerin Kate (Mira Sorvino) führt der Film eine eindimensional und kitschig angelegte Protagonistin ein, die sich aufopferungsvoll dem von Robert Carlyle nicht minder schablonenhaft personifizierten Bösen stellt, um es heldenhaft zur Strecke zu bringen. Zu melodramatischer Musikuntermalung streicht sich schließlich Donald Sutherland als graue Ermittlereminenz von Zeit zu Zeit selbstgefällig durch den Bart. Es ist "Human Trafficking" in den meisten Szenen anzumerken, wie er sich vor der gesellschaftlichen Brisanz seiner Thematik künstlerisch verbiegt. Am Ende hält die Hauptfigur Kate einen eindringlichen und mahnenden Vortrag vor Journalisten, der natürlich eigentlich den Zuschauern gilt. Auch in den Extras ist die soziale Engagiertheit der Beteiligten spürbar. In Interviews mit den Hauptdarstellern Carlyle und Sorvino überwiegen Reflexionen über die Problematik des Menschenhandels. Weitere Darsteller- und Stabinterviews sind weniger erhellend, hier lobt man gegenseitig seine beruflichen Fertigkeiten. Das etwas grobkörnige 1,78:1-Bild vermag überdies auch nicht recht zu überzeugen. Immerhin vermittelt sich die deutsche Tonspur in Dolby Digital 5.1 druckvoll und räumlich präsent. Dass dies für die deutlich schwächere englische 2.0-Spur nicht gilt, ist schade, denn die deutsche Synchronfassung ist wahrhaft schauerlich.
Jens Szameit
bewertungsbox
| bildformat |
1,85:1 (anamorph) |
| sprachen |
Deutsch (5.1), Englisch (2.0) |
| untertitel |
Keine |
| extras |
Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern |
| laufzeit |
173 Min. |
| tonsystem |
Dolby Digital |
| regionalcode |
Regionalcode 2 |
| preis |
Ca. 15 Euro |
| bewertung bild |
ausreichend |
| bewertung ton |
gut |
| bewertung extras |
ausreichend |
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Credits: (USA / Kanada 2005, R: Christian Duguay, D: Mira Sorvino, Donald Sutherland, Rémy Girard u.a.)
"Human Trafficking" setzt sich mit einer ernten Thematik auseinander - mit durchwachsenem künstlerischen Erfolg. (EuroVideo)
Die Ermittlerin Kate Morozow (Mira Sorvino) kämpft mit großem Engagement gegen den organisierten Menschenhandel. Unterstützt wird sie von ihrem Vorgesetzten Bill Meehan (Donald Sutherland). (EuroVideo)
Die Tschechin Helena (Isabelle Blais) wird vom russischen Gangsterboss Sergej Karpovich (Robert Carlyle) erpresst und zur Prostitution gezwungen. (EuroVideo) |
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