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Uneasy Rider

Uneasy Rider

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So klein sie auch sein mögen, so große Wirkung könnten sie entfalten: digitale Handkameras. Für den Amateurbereich entwickelt, greifen heute auch professionelle Filmemacher darauf zurück, warten sie doch mit einigen Vorzügen auf: Die Geräte sind sehr leicht, beweglich, einfach zu bedienen und benötigen wenig Licht. Ohne technische Zwänge bleibt mehr Platz für die Geschichte. Davon profitiert auch das charmante Kinodebüt Jean-Pierre Sinapis: "Uneasy Rider" (1999) erzählt von einen körperlich Behinderten, der noch einmal mit einer Frau schlafen möchte und dadurch neue Lebensfreude findet. Der Film, vom deutsch-französischen Kulturkanal ARTE in der Reihe "Digitale Blicke" koproduziert, lotet neue ästhetische Möglichkeiten aus, die nun erstmals auf DVD veröffentlicht werden.

"Was habe ich hier verloren, mitten unter all den Außerirdischen?" fragt sich René (Olivier Gourmet) jeden Tag. Der übergewichtige Mittvierziger ist an den Rollstuhl gefesselt. Er leidet unter Diabetes und lebt in einem Behindertenheim an der Route Nationale 7 in Südfrankreich, das im Zentrum einer tiefgründigen und differenzierten, aber mit vielen heiteren Momenten auch locker erzählten Geschichte vom Weg zurück ins Leben ist. René ist geistig fit und überzeugter Sozialist - in seinem Zimmer hängt Karl Marx neben großbusigen Blondinen. Aber die körperliche Bewegungsfähigkeit ist stark eingeschränkt. Er möchte gern "bumsen, so lange ich es noch kann". Also tyrannisiert er Heimbewohner und Mitarbeiter. Die einen können ihn nicht verstehen, die anderen wollen es nicht. Nur Betreuerin Julie (Nadia Kaci), ein dunkel belockter ängstlicher Engel mit genug eigenen Problemen, erträgt seine Launen - sie hat hinter die fiese Fassade geschaut. Also sucht sie ihm eine Prostituierte.

In den vielen Einzelschicksalen steckt Jean-Pierre Sinapis amüsierter und liebevoller Blick auf seine Landsleute und ihre großen und kleinen Probleme: Ein homosexueller Moslem ist Johnny-Hallyday-Fan und will zum Katholizismus konvertieren, die einsame Pflegerin Sandrine (Chantal Neuwirth) lebt ihrer Umwelt seit Jahren eine nicht mehr existente glückliche Ehe vor, ein egoistischer Schönling gefällt sich als Moralpostel. Aber eigentlich ist es ein grundsympathischer Haufen, und es ist wunderschön zu sehen, wie einfach es doch sein kann, neuen Lebensmut zu tanken. Man muss nur ein kleines Stück aufeinander zu gehen. Oder rollen. Das ist im wahren Leben genauso. "Uneasy Rider" beruht auf der wahren Geschichte von René Amistadi, einem Freund des Regisseurs.

Technisch ist die DVD zufriedenstellend. Die Qualität ist den einfachen Produktionsbedingungen geschuldet. Die digitalen Bilder und der Stereoton sind, mit Abstrichen bei Klangfülle und Farbtiefe, aber ordentlich. Enttäuschend ist der Bonusteil: Hier gibt es neben Programmtipps lediglich eine Fotogalerie.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,78:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (2.0), Französisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Fotogalerie
laufzeit 91 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 15 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton befriedigend
bewertung extras ungenügend

Credits:
(F 1999, R: Jean-Pierre Sinapi, D: Nadia Kaci, Oliver Gourmet, Lionel Abelanski u.a.)


"Uneasy Rider" gewann bei der Berlinale 2000 den Publikumspreis.
"Uneasy Rider" gewann bei der Berlinale 2000 den Publikumspreis. (Kinowelt)

Betreuerin Julie (Nadia Kaci, Mitte) hat es mit ihren Schützlingen René (Olivier Gourmet) und Cécile (Karine Leparquier) nicht immer leicht.
Betreuerin Julie (Nadia Kaci, Mitte) hat es mit ihren Schützlingen René (Olivier Gourmet) und Cécile (Karine Leparquier) nicht immer leicht. (Kinowelt)

Aufstand im Heim: Die Bewohner wollen mehr Freiheiten.
Aufstand im Heim: Die Bewohner wollen mehr Freiheiten. (Kinowelt)

Datum: 03.05.2008

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Diskussion: "Uneasy Rider"

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Artikel ID 200539

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