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Frank Carillo and the Bandoleros - Someday
Frank Carillo and the Bandoleros SomedayAnzeige
Frank Carillo ist ziemlich unbekannt. Kein Grund zur Aufregung, schließlich gibt es Rezensionen wie diese, die ihn, seine Bandoleros sowie seine neue CD "Someday" der potenziellen Käuferschaft nahe bringen. Trotzdem, es ist seltsam: Nicht einmal Wikipedia schenkt bislang dem Herrn einen eigenen Eintrag. Dem Herrn, der auf Alben von Peter Frampton spielte, der von Led Zeppelin geachtet wurde, der für Joan Jett, Anouk und Golden Earring schrieb, der zuletzt als Mitglied der Band von John Hammond gesichtet wurde. Irgendwann ist hier was schief gelaufen. Aber was soll's, im Musikbusiness wird man nicht nach Dienstjahren bezahlt. Carillo weiß: "All the heroes are made of glass, nothing lasts, fading fast." Das singt er, im letzten Stück von "Someday", ganz alleine, nur sich selbst auf der akustischen Gitarre begleitend. Seine leicht kratzige, weit in den Vordergrund gemischte Stimme schiebt sich ganz nah an unser Ohr: "One by one I've watched them go, they disappeared like puffs of smoke." Hätte ja auch ein Albtraum werden können, das mit dem Bekanntsein. Bereits "Bad Out There", die erste Veröffentlichung von Frank Carillo und seinen Bandoleros, erntete dickes Kritikerlob. Liebevoll werden Erfahrungen und Geschichten in ein textlich hervorragend umgesetztes Americana-Gewand aus Rock, Blues und Country gekleidet. Da scheint bei "Lucky (If You Can Breathe)" ein Bruce Springsteen durch, an anderen Stellen sind es Tom Petty oder ansatzweise auch britische Größen wie Graham Parker, auf deren Pfaden sich der Gitarrist und Sänger mit seiner soliden Begleitband - inklusive seines Bruders, der jahrelang für Joan Osborne tätig war - bewegt. In der staubigen Bar setzt sich als Gast Augie Meyers (Bob Dylan, Texas Tornados) ans Klavier ("Gotta Be You"), mitten in der Nacht wird im Hotel der Melancholie verfallen ("Darkness Everywhere") und bei der Fahrt über den Highway festgestellt: "Love is the way out and the way back in". Gelassen beobachten die Stücke, was dort draußen, im Rampenlicht der Nachrichten und Showbühnen abgeht: "Take my ticket to the harbor, you can have it, use it for yourself. I'll just sit here by the fire, sip my tea, look out from my chair". Diese Situation reflektiert "Someday" über weite Strecken. Nicht schlimm, dass der Mann so bekannt nicht ist. Aber ein bisschen schade schon. Alexander Diehl |
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