MGMT Oracular Spectacular
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Man kann es eigentlich in einem Satz zusammenfassen: Bei MGMT stimmt alles. Die Songs! Diese Typen! Das Cover! Selten klang Popmusik in den letzten fünf Jahren so zwingend wie "Oracular Spectacular". Aber schön der Reihe nach. Denn so haben es die Amerikaner schließlich auch gemacht. Unter dem Namen The Management supporteten sie schon 2005 Acts wie die schwer geistesverwandten Of Montreal. Und damals sicherte sich auch das Sony-Unterlabel Red Ink die Rechte an der Kapelle. Dass es so lange bis zum Debüt dauerte, verblüffte dann doch ein bisschen. Aber das Warten hat sich gelohnt.Natürlich, die Riesenüberraschung, die kann man hier nicht erwarten. Weil der beste Song einfach schon seit zwei Jahren im Internet herumfliegt. "Time To Pretend" ist eines dieser Stücke, die einfach alles können. Der Refrain ist eine einzige Feierei, die sich gezielt irgendwo zwischen Manchester-Pop der Frühneunziger und modernerem Indierock, zwischen den Inspiral Carpets und den Klaxons, ansiedelt. Der Text hat irgendwas mit Superstardom zu tun, vermutlich auch mit Drogen und setzt sich beim ersten Mal Hören im Ohr fest. Auch sonst klappt das mit den Hits ganz gut: "Weekend Wars" zieht sich hübsch Richtung psychedelischer Flimmerpop, und "Electric Feel" rückt mit seinem Falsettgesang und dem mächtigen Bass gefährlich nahe Richtung Seventies-Disco mit Scissors-Sisters-Appeal. Mit dem feinen Unterschied, dass deren quietschfideler Knallbunt-Hedonismus hier durch einen fast zurückgenommenen Groove und viel Verzweiflung ersetzt wird. Vierter Ausnahmetrack ist "Kids", eine Jugendhymne für die Indie-Großraumdisse. Oder tanzbare Arcade Fire, je nach Sichtweise. Natürlich wird die Qualität dieser vier Tracks nicht auf Albumlänge gehalten. Und natürlich verzetteln sich MGMT manchmal in etwas zu kosmisch wirkenden Spielereien. Einen Song "4th Dimensional Transition" zu nennen und dann auch noch so klingen zu lassen wie sein Titel, das ist schon ein starkes Stück. Und wenn der an sich großartig arbeitende Produzent Dave Fridmann versucht, die Grandezza seiner eigenen Band Mercury Rev in den Psychedelic-Elektropop von MGMT zu transplantieren, kommen Eigenarten wie "Future Reflections" heraus. Aber das ist vielleicht auch die Experimentierfreude, die man einer Band wie MGMT zugestehen muss - ohne die gäbe es sicher auch kein "Time To Pretend".
Jochen Overbeck
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