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Anderland

Anderland

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Über einen Bus, der in die totale Einsamkeit fährt, schickt er Andreas (Trond Fausa Aurvag) in diesen Ort. Er hat keine Ahnung, wo er ist, aber es scheint alles vorbereitet. Ganz offensichtlich ist der Arbeitsplatz mit dem Computer, an dem er stupide Aufgaben erledigt, seiner. Der Chef: Ein Traum! Die Kollegen: Herzallerliebst! Es gibt sogar Kekse. Vielleicht ein bisschen steril das alles, aber so ist das eben in großen Firmen in wirtschaftlichen Ballungsräumen. Regisseur Jens Lien lädt nach "Anderland" (2006) ein und zeigt auf DVD, warum das norwegische Städtchen ein wenig gemütlicher Ort ist.

Aber wer will meckern, schließlich lernt unser blasser Held schon bald eine Frau (Petronella Barker) kennen. Anne-Britt ist wie der vorwiegende Teil des weiblichen Geschlechts, sie interessiert sich ausschließlich für Interieur. Ganz ehrlich, der Sex könnte besser sein. Andreas merkt, dass er in einer Welt der hohlen Nettigkeiten lebt. Er hat alles, was man braucht in dieser Stadt der egalisierten Farben. Nur Emotionen lassen sich in diesem trüben Graublau nicht finden.

Richtig sauer wird der hochgewachsene junge Mann allerdings, als er feststellt, dass im Alkohol kein Alkohol ist. Diese Art der Flucht ist also nicht drin. Bleibt der Seitensprung. Als auch der keine Erfüllung bringt, beginnt der eigentlich sympathische Mann zusammen mit einem "Verrückten" zu graben. Er glaubt, es gibt ein Leben irgendwo anders, ein Leben mit Gerüchen, Gefühlen und einem ordentlichen Kater nach einer durchzechten Nacht.

Jens Lien macht in seinem Porträt über eine Gesellschaft, die nicht mehr mit Emotionen umzugehen versteht, keine Kompromisse. Er ist sich seiner Sache so sicher, dass er auf eine Steigerung, auf langsames Verstehen keinen Wert legt. Wozu also lange Geheimniskrämereien darüber, dass der Reichtum parallel zur Sinnentleerung steigt. Lien ist rigoros. Satire und Zynismus sollen erkennbar bleiben und nicht mit unserer Welt verwischen.

Die kühlen, künstlich wirkenden Bilder der DVD wirken teilweise blass und verwischt. Der Sound beeindruckt hingegen durch seine Atmosphäre, in der auch der Soundtrack eine große Rolle spielt. Ein kurzes, durchaus interessantes Making Of (19 Minuten) ist das Kernstück der überschaubaren Zusatzausstattung.

Vera Seeberg

bewertungsbox

bildformat 1,78:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1/2.0)
untertitel Keine
extras Making Of; Entfallene Szenen; Bildergalerie
laufzeit 91 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 18 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton gut
bewertung extras ausreichend

Credits:
(N 2006, R: Jens Lien, D: Petronella Barker, Trond Fausa Aurvåg, Birgitte Larsen u.a.)


Eine Utopie aus dem Hier und Jetzt: Der surreal gefilmte Albtraum einer perfekten Welt.
Eine Utopie aus dem Hier und Jetzt: Der surreal gefilmte Albtraum einer perfekten Welt. (Zorro Film)

Andreas (Trond Fausa Aurvåg) merkt schnell, dass in dieser neuen und fremden Umgebung etwas nicht stimmt.
Andreas (Trond Fausa Aurvåg) merkt schnell, dass in dieser neuen und fremden Umgebung etwas nicht stimmt. (Zorro Film)

Als Andreas (Trond Fausa Aurvåg) seiner Freundin Anne-Britt (Petronella Barker) von seiner Affäre mit einer anderen Frau erzählt, lässt sie das vollkommen kalt.
Als Andreas (Trond Fausa Aurvåg) seiner Freundin Anne-Britt (Petronella Barker) von seiner Affäre mit einer anderen Frau erzählt, lässt sie das vollkommen kalt. (Zorro)

Datum: 10.05.2008

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Diskussion: "Anderland"

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Artikel ID 201069

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