Disco Ensemble Magic Recoveries
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Wikipedia erklärt's halt immer wieder so superschön: "Kennzeichnend für ein Ensemble ist die vergleichsweise hohe Eigenverantwortlichkeit und Kompetenz aller beteiligten Personen", erzählt uns das Online-Lexikon. Das alles trifft auch auf Disco Ensemble zu. Bei den Finnen findet sich aber noch ein weiterer Gesichtspunkt, den man nicht unterschlagen sollte: Evolution. Disco Ensemble enwickeln sich weiter. Das zeigt "Magic Recoveries" ganz gut. Gleichzeitig bleiben sie, wo sie sind. Ihr Rock'n'Roll kommt punktgenauer, unmittelbarer und souveräner als noch zuletzt."Bad Luck Charm", die erste Single aus dem Album deutete es bereits an. Hier wächst zusammen, was zusammengehört. Anfangs ist es ein cooles Elektro-Brett, das den Song definiert. Und dann kommen die Gitarren, und schließlich nach einer guten Minute, geht alles im Refrain auf. "Nothing's gonna be alright. Nothings gonna work out fine" heißt es. Und ja, Miikka Koivisto spuckt das so aus, dass man es durchaus glaubt. Natürlich, der Song besitzt eine Eingängigkeit, die nicht allen Liedern gemein ist. Oft sperren sich die Finnen der sofort erschließbaren Melodie, gerne gewähren sie den rotzigen Gitarrenwänden Vorfahrt, oft genug wird nicht gesungen, sondern geschrien. Doch selbst in knappen und harschen Shoutern wie dem Titeltrack steckt immer noch genau das Quäntchen Pop, das eine Band braucht, um auch außerhalb ihres Genres zu punkten. Am spannendsten sind die Songs, die sich irgendwie nicht ganz entscheiden können. "Worst Night Out" ist so ein Fall. Was ein wenig wie der grandiose Ride-Track "Leave Them All Behind" beginnt, wird irgendwann zu einem dicken Riff-Monster. Und das getragene "Headphones" dürfte dann wohl so manche Festivals zum Brennen bringen.
Jochen Overbeck
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