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Santogold - Santogold

Santogold Santogold

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Diese Stimme zu beschreiben ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Santi White krächzt, bellt, jault, schreit - je nach Laune, immer mit Anmut. Sie hat den Soul, sie hat die Leichtigkeit, sie hat das Volumen. Santogold nennt sich die junge Frau aus Philadelphia, die in Brooklyn lebt, und so heißt auch ihr Solodebüt (zuvor war sie bei der Punk-Rock-Ska-Band Stiffed). "Santogold", das klingt nach glitzernder Heiligkeit, und die kommt - das macht ja auch das Cover klar - aus dem Mund. Okay, übertreiben muss man nicht. Oder doch? Denn die Scheibe ist schlichtweg eines der überraschendsten, vielfältigsten und großartigsten Pop-Alben des Jahres.

Die unvergleichliche Stimme geht tief ins Gehirn und macht süchtig: Ein Reibeisen manchmal, ein Faszinosum immer. Wunderbar und abwechslungsreich, Stimme und Album sind's gleichermaßen. Zwölf Tracks sind auf "Santogold", davon einer doppelt: "You'll Find A Way", am Anfang kraftvolle Postpunk-Nummer mit opulentem Breitwand-Arrangement ein Tanzflächen-Knaller, bekommt als Remix eine ganz andere Persönlichkeit übergestülpt. Düster, elektronisch, stampfend - zeitgemäßer New Rave, aber mit Attitüde.

Überhaupt haben die Songs alle den Charme des Einmaligen. Was natürlich nicht heißt, dass es keine Gemeinsamkeiten gibt. Pulsierende Rhythmen etwa, smoothe Hooklines, unbändige Kraft und eine grundsätzliche Affinität zu Electro, Dub, Dancehall. Aber Santogold lässt auf die Uptempo-2-Tone-Nummer "Say Aha" mit analogen Synthie-Spielereien und hymnischen Stimmengewirr einen Samba-Rhythmus folgen, der sich nach wenigen Takten in ein düsteres Elektro-Gewitter entlädt, um sich in Richtung HipHop, R'n'B und Dub mäandernd weiterzuentwickeln. "Creator" heißt der Track, und klingt wie ein Song gewordener Schaffensprozess. Gefolgt, wieder so eine Überraschung, von "Lights Out", im Innern ein wunderschöner Pop-Song mit einer zu Herzen gehenden Melodie, der sich immer wieder Kratzer an der Oberfläche erlaubt. Und die sind es, die "Santogold" zu einer einmaligen Sache machen.

Andreas Fischer


Datum: 13.05.2008

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Diskussion: "Santogold - Santogold"

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