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Nneka - No Longer At Ease

Nneka No Longer At Ease

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Lauryn Hill, Erykah Badu, aber auch Fela Kuti und Mos Def: Das sind die Musiker, an die man selbst und die, an die Nneka denkt, wenn es um ihre Einflüsse geht. "Victim Of Truth", das vor etwa zwei Jahren erschienene Debüt, transportierte all das auf durchaus überzeugende Weise. Angenehm luftige Songs zwischen Reggae und Pop, immer mit leichter HipHop-Schlagseite fanden sich da und brachten die Sängerin unter anderem ins Vorprogramm von Patrice. Auch das eine Kombination, de gut passt. Jetzt erscheint mit "No Longer At Ease" das zweite Album der Sängerin mit nigerianischen Wurzeln.

Trotz des etwas ernsthafteren Titels: Der Stilmix ist im Prinzip der gleiche geblieben - wurde nur etwas vielschichtiger und breiter inszeniert als zuletzt. So kommt etwa "Niger Delta" mit scharfen Bläsern und einem warmen Klavier, das punktuell unterstützt wird. Durch eine Santana-mäßig jaulende Gitarre, durch perkussive Elemente und leicht nach vorne groovenden Funk. Das Ergebnis kann sich hören lassen - gerade, weil es auf ungewöhnliche Weise vieles verbindet. Andernorts werden vermehrt Dub-Einflüsse eingebaut - etwa in "Death", das sich hübsch an der Dancehall anlegt, aber dessen Tempo schon auch erklärt, dass es hier um ernstere Dinge geht. Der verstärkte Einsatz von Elektronika, hier zu hören oder auch im wunderbar chantenden "Suffri" wirkt dabei angenehm - weil er die Platte aus der Roots-Ecke, aber auch aus der HipHop-Ecke entfernt und ihr eine universellere Gültigkeit gibt. Selbst Ruhiges (wunderschön: Come With Me) wirkt so facettenreicher als früher. Das ist vermutlich auch Jean Lamoot zu verdanken, der gemeinsam mit DJ Farhot die Regler bediente - und in der Vergangenheit unter anderem mit Noir Desir zusammenarbeitete. So ist "No Longer At Ease" letztendlich eine reife, vor allem aber eine internationale Platte geworden.

Jochen Overbeck


Datum: 23.05.2008

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