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Indiana Jones und der Tempel des Todes

Indiana Jones und der Tempel des Todes

(tsch) Keine zwei Wochen mehr bis zum Start von "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (22.05.). Eifrig wird spekuliert. Welchen Charakter wird dieser vierte und voraussichtlich auch letzte Teil der Kinoreihe haben? Mystisch und ernsthaft wie "Jäger des verlorenen Schatzes" (1981)? Wird's ein heiteres Entertainment-Abenteuer wie "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989)? Oder blasse Familien-Action wie "Indiana Jones und der Tempel des Todes", den ProSieben nun im Vorfeld des vierten Teils wiederholt?

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Am zweiten Teil der Trilogie um den Peitsche schwingenden Archäologie-Professor scheiden sich die Geister. Wie das sprichwörtliche "Sandwich"-Kind leidet "Indiana Jones und der Tempel des Todes" unter einer gewissen Vernachlässigung, nämlich der Charaktere und der Story. Eines kann ihm jedoch nicht vorgeworfen werden: dass er langweilig wäre. Er schickt den Zuschauer auf eine temporeiche Reise und gönnt ihm dabei kaum Verschnaufpausen.

Spielberg selbst bezeichnete diesen Teil seiner Saga als den schwächsten. Für seinen Geschmack sei er zu düster geworden, zu humorlos und - zu schnell. Tatsächlich glänzt der "Tempel des Todes" durch flotte Schnitte, ekliges Geziefer und besonders bösartige Charaktere. Zeitlich spielt er 1935, also vor den beiden anderen Teilen, und die Bösewichte sind nicht die Nazis, sondern indische Sektenanhänger.

Diese "Thuggees" beten die Göttin Kali an und arbeiten unter Hochdruck an der Beschaffung der mystischen Sankhara-Steine, die ihrem Besitzer übernatürliche Kräfte verleihen. Nach solchen strebt Hohepriester Mola Ram (Amrish Puri), und um sich Kalis Gunst zu versichern, hält er widerliche Menschenopfer-Zeremonien ab. Als Indiana Jones (Harrison Ford), mehr zufällig als geplant, nach einer actionreichen Einstiegssequenz aus Shanghai flieht - mit seinem Kumpanen Shorty (Jonathan Ke Quan) und Sängerin Willie (Kate Capshaw) im Schlepptau - und in einem indischen Dorf aufschlägt, bietet er dem hiesigen Shamanen sofort seine Hilfe gegen die düsteren Gesellen an.

Dass die Bewohner des Subkontinents als Menschenopfer darbringende Fieslinge und ungebildete Bauern dargestellt wurden, war einer der eher haltlosen Kritikpunkte, mit denen sich Spielberg konfrontiert sah. Er möchte unterhalten, und unter dieser Prämisse sind auch gewisse logische, historische und geografische Fehler zu sehen, die es auch in Teil eins und drei gibt. Weniger leicht zu ignorieren ist dagegen die hysterische Figur Willie Scotts. Ihr permanentes Geschrei ist nur schwer zu ertragen.

Davon einmal abgesehen wimmelt es von populär gewordenen Szenen: Neben dem Gala-Dinner beim Maharadscha in Pankot (es gibt Affenhirn auf Eis) ist die spektakuläre Fahrt mit der Lore zu nennen, die auch ohne "CGI" ein Knaller ist. Was aber fehlt, ist jener Indiana-Jones-typische Hauch von Mystik - und aus musikalischer Sicht solch stimmungsvolle Stücke wie das "Kartenraum"-Thema aus Teil eins (gleichwohl John Williams auch für diesen Soundtrack mit einer Oscar-Nominierung bedacht wurde).

Kai-Oliver Derks


Gestatten, Henry Jones Jr. (Harrison Ford), Professor für Archäologie auf seiner Exkursion zum "Tempel des Todes".
Gestatten, Henry Jones Jr. (Harrison Ford), Professor für Archäologie auf seiner Exkursion zum "Tempel des Todes". (ProSieben / Paramount Pictures)

Der Hohepriester Mola Ram (Amrish Puri, rechts) will Indy (Harrison Ford) nicht nur an die Gurgel, sondern auch ans Herz.
Der Hohepriester Mola Ram (Amrish Puri, rechts) will Indy (Harrison Ford) nicht nur an die Gurgel, sondern auch ans Herz. (ProSieben / Paramount Pictures)

Auf Elefanten machen sich Indy (Harrison Ford, links) und Shorty (Jonathan Ke Quan) auf den Weg zum Palast des Maharadschas von Pankot.
Auf Elefanten machen sich Indy (Harrison Ford, links) und Shorty (Jonathan Ke Quan) auf den Weg zum Palast des Maharadschas von Pankot. (ProSieben / Paramount Pictures)

Datum: 11.05.2008

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