(tsch) Nehmen wir an, wir hätten eines Tages die Möglichkeit, einen Roboter bei uns anzustellen, der den Müll hinunterbringt oder die Steuererklärung erledigt. Wer würde solch einem Helferlein die Türe weisen? In Alex Proyas Sci-Fi-Spektakel "I, Robot" (2004) kommt es jedoch zum Aufstand der Maschinensklaven, die sogar einen recht plausiblen Grund für die Revolte nennen können. Dennoch: Die Menschen werden sich selbstverständlich gegen die wachsende Bedrohung zu wehren wissen.
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"I, Robot", der bei RTL zunächst am Pfingstsonntag zur Primetime gezeigt und am Pfingstmontag um 22.25 Uhr sogleich wiederholt wird, beschreibt zunächst in einfachen, aber faszinierenden Szenen die Grundsituation im Jahr 2035. Schade nur, dass gerade diese ersten Minuten vom lästigsten Product Placement der Kinogeschichte geprägt sind.
In nicht allzu ferner Zukunft sind Roboter also ebenso selbstverständlich wie heute eine elektrische Zahnbürste: Die Blechkameraden gehen mit dem Hund Gassi, betätigen sich als Müllfahrer oder holen schnell noch die Tasche, die vor dem Einkaufen zu Hause vergessen wurde. Detective Del Spooner (Will Smith) kann sich mit alldem allerdings nicht anfreunden, was das Drehbuch im späteren Verlauf mit einem etwas mühsam konstruierten Trauma aus der Vergangenheit des Cops zu erklären versucht. Er, so scheint es, glaubt von Anfang an nicht daran, dass die Menschheit die Kontrolle über die Maschinen behalten können würde. Und natürlich liegt er mit dieser Vermutung richtig.
Spooner wird zu einem vermeintlichen Selbstmord gerufen. Der Wissenschaftler Dr. Alex Lanning (James Cromwell), wissenschaftliches Genie der Firma U.S.S. Robotics, ist ums Leben gekommen. Der Cop hat Zweifel an der Suizidtheorie, steht doch das Unternehmen vor der Markteinführung eines neues Modells namens NS-5. Da kann es doch gut sein, dass eventuelle Fehlprogrammierungen unter den Tisch gekehrt werden, um den Erfolg nicht zu gefährden.
"I, Robot" ist trotz aller visuellen Spielereien in erster Linie ein futuristischer Krimi, angereichert durch eine Vielzahl von Actionsequenzen und spektakulären Verfolgungsjagden. Kernfigur neben dem sympathischen Retro-Cop Spooner und der Wissenschaftlerin Dr. Susan Calvin (Bridget Moynahan) ist allerdings der Roboter Sonny, einer aus jener neuen Generation, der zunächst unter Mordverdacht gerät, schließlich aber auf reichlich wirre Art und Weise zur Sympathiefigur aufgebaut wird.
Über weite Strecken ist "I, Robot" ein unterhaltsamer Film, dessen Thematik durchaus eine gewisse Brisanz bietet. Gut auch, dass die Handlung auf Chicago beschränkt bleibt und zu keinem Zeitpunkt ein unsinniges Weltuntergangszenario beschworen wird. Gegen Ende erlag Regisseur Proyas, der an der Entwicklung des Drehbuchs beteiligt war, jedoch der Verführung, Hollywoods Regelwerk ohne Abweichung anzuwenden und somit einen durchaus intelligenten Stoff dem Boxoffice zu unterwerfen. Schade drum.
Kai-Oliver Derks
Friedlich sollen die Roboter gemäß Regelwerk sein. Doch nicht alle sind es, wie Del Spooner (Will Smith) erfahren muss. (RTL)
Del Spooner (Will Smith) und Susan Calvin (Bridget Moynahan) haben es mit wild gewordenen Robotern zu tun. (RTL)
Del Spooner (Will Smith) sucht inmitten einer Horde Maschinenmenschen nach einem ganz bestimmen Roboter. (RTL)
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