Hintergrundberichte zu neuen DVD-Editionen und -Sammelboxen
Schöne neue Welt in der Hauptstadt
Der Jahresrhythmus nimmt der IFA (04. bis 09. September) den Spektakelcharakter: Weil die Internationale Funkausstellung seit 2006 statt alle zwei Jahre in jedem Spätsommer ihre Pforten öffnet, sind die Entwicklungsschritte der Technik einfach nicht mehr so groß. Aber, auch wenn die "Aha"-Effekte kleiner werden, die Technik entwickelt sich stetig und bietet in diesem Jahr im Home Entertainment-Bereich vor allem kleine Raffinessen.
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HDTV ist das Top-Thema unterm Funkturm. Nach den ersten erfolgreichen Testläufen bei der Leichtathletik-WM im August - der Regelbetrieb soll zu den Olympischen Winterspiele in Vancouver (12. bis 28. Februar 2010) beginnen - setzen ARD und ZDF die Proben fort und strahlen während der IFA Vorabendserien und ausgewählte Spielfilme in High Definition aus. Um die hochauflösende Qualität genießen zu können, müssen in den Wohnstuben die passenden TV-Geräte stehen.
Und da tut sich einiges. Was 2008 noch als Zukunftsmusik galt, ist in diesem Jahr einer der Trends: Die Hersteller setzen verstärkt auf intelligente LED-Technik in Flachbildfernsehgeräten. Die Leuchtdioden sorgen für mehr Kontrast und noch schärfere Bilder, senken dabei aber auch den Stromverbrauch.
Der koreanische Hersteller LG stellt den LH9500 vor, ein nur 24,5 Millimeter dickes Highlight der Consumer Electronics Messe. Die ganzflächig hinter dem LCD-Display verbauten LEDs lassen sich partiell dimmen und steigern somit die Energieeffizienz. Auch die "Aquos"-Serie von Sharp setzt auf "Full LED Backlight" und damit auf verbesserte Umwelteigenschaften, die mit "Eco Control"-Taste auf der Fernbedienung vom Nutzer selbst beeinflusst werden können.
Toshiba wiederum setzt in der SV-Serie neben dem "Galaxy Dimming" (Kontrastwert: sagenhafte 2.000.000:1) der LEDs auch auf die 200-Hertz-Technik und ist damit bestens gerüstet für einen weiteren Trend: 3D soll in Zukunft das Heimkino erobern, mit der Blu-ray-Disc als Datenträger. Um die dreidimensionalen Bilder sehen zu können, müssen die TV-Geräte mindestens über eine Bildwiederholungsrate von 120 Hertz verfügen.
Marktreif ist die 3D-Technik noch nicht, die IFA verspricht aber, einige interessante Ausstellungsstücke zu präsentieren. In der Zwischenzeit konzentrieren sich die Hersteller auf die drahtlose Übertragung von HD-Inhalten via neuem Standard Wireless HD und die Vernetzung von TV-Geräten. Die lassen sich mittlerweile ans Internet anschließen und können per Klick oder Applikation Youtube-Videos, Wetter, Börsenkurse oder Nachrichten präsentieren. Interessant dürfte das vor allem für Abonnenten von Internet-Sportangeboten sein, wie etwa dem IPTV-Bundesligadienst "Liga total" der Telekom.
Den ersten Receiver fürs Web-HD-Zeitalter gibt' s in Berlin natürlich schon: Der VideoWeb S500 wird vom Hersteller als "HDTV-Computer" angepriesen, kann die HD-Ausstrahlungen von ARD und ZDF empfangen, ist mit dem HD+ Dienst von Astra kompatibel, kann per externer Festplatte Sendungen aufzeichnen und via Internet-Verbindung sogar twittern. Schöne neue Welt also in der Hauptstadt.
Andreas Fischer
Die Berliner IFA präsentiert vom 4. bis 9. September Neuheiten und Innovationen der Unterhaltungselektronik. (IFA Berlin)
Ein Schwerpunkt der IFA sind in diesem Jahr deutlich verbesserte HD-fähige Fernsehgeräte. (IFA Berlin)
LG stellt in Berlin das Modell LH9500 vor: 24,5 Millimeter schlank und mit innovativer LED-Technik ausgestattet. (LG Electronics)
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