Hintergrundberichte zu neuen DVD-Editionen und -Sammelboxen
Metzgermeister Jason kommt zurück
Selbst der Dalai Lama dürfte beeindruckt sein von der Anzahl der Wiederauferstehungen, die Jason Voorhees vollbracht hat. Aber tot Geglaubte morden länger, so scheint es. Denn eigentlich starb der hartnäckigste Serienmörder Hollywoods bereits in seinem ersten Film, "Freitag, der 13." (1980): Während die Aufpasser der Jugendcamps Crystal Lake vögelten, ertrank der Junge im See - daraufhin metzelte seine Mutter, die Köchin, die gesamte Belegschaft nieder. Als Jason später - zum ersten Mal - wiederauferstand, war an Resozialisierung nicht mehr zu denken. Der Psychokiller mit der Eishockeymaske schlachtete sich fortan durch elf Horrorstreifen, fünf davon legt Paramount nun auf DVD neu auf.
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Noch vor Kurzem waren bis auf den ersten Teil und sein letztjähriges Remake alle Filme der Schocker-Reihe "Freitag, der 13." indiziert. Erst vergangenen August nahm die Bundesprüfstelle nach einer Neusichtung des Materials "Freitag, der 13. Teil 2" (1981) vom Index und schmückte den Slasher anschließend sogar mit einer "ab 16"-Plakette. Nun, nach wiederholter Prüfung der Teile fünf bis acht (1985-1989), darf Paramount die Streifen in neuer Sammeloptik rausbringen. Und diese Möglichkeit lässt sich das Unternehmen nicht entgehen, denn obwohl die Jason-Voorhees-Saga jahrelang fast komplett aus den deutschen Regalen verschwunden war, erfreut sich die Splatter-Serie großer Beliebtheit.
Filmisch haben die Unglückstage jedoch nicht viel zu bieten: Jason entstellt, zerstückelt, vierteilt, halbiert und köpft, was das Zeug hält. Als Motiv genügt ihm die Unflätigkeit der Jugend, die vor den Umständen seines ersten Beinahe-Todes wohl den moralischen Unterbau für seine abstoßenden Taten liefern soll. Stattdessen jedoch wird Jason Voorhees nach und nach zum unsterblichen Serienmörder stilisiert, zu einer zweidimensionalen Killermaschine ohne Charakter und Persönlichkeit. Nichtsdestotrotz etablierte sich die Figur über die letzten 30 Jahre als einer der prominentesten Film-Killer, samt riesigem Merchandise-Imperium und tausenden Doppelgängern.
Während sich Paramount für "Freitag, der 13. Teil 2" noch die Mühe machte, eine Blu-ray-Version zu basteln, erscheinen Teil fünf bis acht lediglich auf DVD. Kein großer Verlust, präsentieren sich die Slasher doch technisch recht angestaubt. Die deutsche Tonspur etwa liegt stets nur im antiquierten Mono-Format vor, das Bild körnt und ist meist nur im Vordergrund scharf. Darüber hinaus bieten die Discs den langjährigen Fans, die die Streifen ohnehin auswendig kennen dürften, kaum Mehrwert: Außer dem zweiten Ableger lockt keiner der Teile mit Bonusmaterial.
Gregor Jossé
Mit zwölf Teilen die hartnäckigste Horror-Reihe aller Zeiten: Paramount legt "Freitag der 13." neu auf. (Paramount Home)
Teil drei und vier verbleiben auf dem Index - Teil fünf der Schocker-Saga hingegen ist nun schon ab 16 Jahren freigegeben. (Paramount Home)
Jason Voorhees ersteht in "Freitag, der 13. - Jason lebt" von den Toten auf. (Paramount Home)
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