Ein mutiger Weg
Ein mutiger Weg(tsch/vm) Regisseur Michael Winterbottom ist ein Meister im Genre des halb-dokumentarischen Films. Sein weltweit als Kult gefeierter "24 Hour Party People" (2002), in dem Winterbottom ein gelungenes Bild der Musikszene in England der späten Siebziger und Anfang der Achtziger lieferte, sowie sein Drama mit dokumentarischen Elementen "The Road To Guantanamo" (2006), in dem er sich mit dem Terrorismus auseinandersetzte, wurden von den Kritikern sehr gut aufgenommen. In seinem Drama "Ein mutiger Weg" mit Angelina Jolie in der Hauptrolle begab er sich eigentlich in kein unbekanntes Feld. Aus diesem Grund verwundert es dann doch, dass ihm im Drama "Ein mutiger Weg", das mit wackeliger Kamera und authentischen Bildern gedreht wurde, weder das Dokumentarische noch das Drama so recht gelingen wollen. Anzeige Mariane Pearl (Angelina Jolie) und ihr Ehemann Daniel (Dan Futterman) lebten in Bombay und waren engagierte Schreiber auf der Suche nach Wahrheiten. Als Südostasien-Korrespondent des "Wall Street Journal" recherchierte der werdende Vater hautnah im Terroristen-Milieu, was ihn im Januar 2002 das Leben kostete. Mit "Ein mutiger Weg" (2007) arbeitete Michael Winterbottom den Mord an dem Journalisten auf. Die Umstände waren so mysteriös wie grausam. In einer Stadt in Pakistan - sie heißt Karatschi - wachsen die Mauern höher als anderswo, wenn ein Eindringling verschwindet. Daniel Pearl kam nicht zurück von einem Treffen mit einem terroristischen Anhänger. Seine Frau Mariane, im sechsten Monat schwanger, recherchierte über seinen Verbleib - und wird sich nie das Video ansehen, das zeigt, wie die religiösen Fanatiker den Journalisten hinrichten. Auch Regisseur Michael Winterbottom zeigt dies nicht. Er beschäftigt sich akribisch mit den Nachforschungen, will den Fremden in einem uns fremden Land aufzuspüren. So brisant die Ereignisse sein mögen, die den Memoiren von Mariane Pearl über ihren Mann entnommen sind, sie verschließen sich doch den filmischen Mitteln. So führen die Ermittlungen zu immer neuen Mittelsmännern und Mitmischern, was sich nur wenig einprägsam bebildern lässt. Das energische Auftreten einer aufwendig veränderten Angelina Jolie schafft ebenso wenig Empathie zu den Ereignissen wie ein immer voller werdendes Reißbrett mit Hinweisen und Ermittlungsergebnissen. Tapfer und vernünftig verfolgt die schwangere Ehefrau jede Spur. Doch setzt "Ein mutiger Weg" keineswegs ein Denkmal für einen mutigen Mann. Vielmehr inszeniert der Polit-Filmer trotz wackeliger Handkamera und authentischem Fotomaterial einen Krimi, der mehr und mehr wie typisch amerikanisches Betroffenheitskino wirkt und zunehmend vergessen lässt, dass er sich mit dem realen Leben beschäftigt. Ein ausführliches und gutes Making Of ist das einzig nennenswerte Extra im Bonusteil der DVD. Es zeigt eindrucksvoll, wie schwierig es war, diesen brisanten Film zu drehen. Das anamorphe Bild überzeugt trotz des durchgehenden Handkameraeinsatzes und des vorherrschenden Graus durch hohe Detailgenauigkeit. Die Farben wirken ausgebleicht, aber akkurat. Eine stimmige Atmosphäre war hier wichtiger als optisch polierte Oberflächen. Das räumlich wirkende Klangerlebnis und die ordentlichen Dialoge sind ebenfalls sehr gelungen. Claas Nielsen bewertungsbox
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Credits: |
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