C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben
C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben(tsch/vm) Die Siebziger Jahre machen sich immer sehr gut in Filmen. Aus irgendeinem Grund hat man alles gern, was in den Siebzigern modern war: von der Wohnungseinrichtung über die Klamotten bis zur Musik. Auch dann, wenn man selbst diese Zeit nicht erlebt hat. Die fünf Brüder im Coming-of-Age-Drama „C.R.A.Z.Y. – Verrücktes Leben“ wachsen in dieser Ära in dem kanadischen Montreal auf. Einer der fünf Söhne der Familie Beaulieu – Zach - entwickelt sich vom Lieblings- zum Sorgenkind. Liebevoll inszeniert, weckt das Jugenddrama Emotionen, ohne dabei kitschig oder sentimental zu werden. 2005 sahen sich nur 40.000 Zuschauer „C.R.A.Z.Y. – Verrücktes Leben“ im Kino an, obwohl der Film sehr gut von den Kritikern aufgenommen wurde und viele Preise gewann. Nun hat man die Möglichkeit, das Versäumte auf Tele 5 nachzuholen, wo das Drama als Free-TV-Premiere ausgestrahlt wird. Der in seiner kanadischen Heimat mit Preisen überhäufte Film erzählt eine in ihrer Normalität besondere Familiengeschichte, die gleichzeitig eine Zeitreise durch das Lebensgefühl von drei poppig-rockenden Jahrzehnten darstellt. Dabei geht es häufig um Vater-Sohn-Beziehungen, die besonders deutlich im Fall von Ray (Pierre-Luc Brillant), dem Frauenhelden mit Hang zu Drogen und Gewalt, und der Hauptfigur Zach ausgearbeitet werden. Dieser hat mit seiner Sonderrolle zu kämpfen. Aufgrund seines Geburtsdatums vergöttert ihn die religiöse Mutter (Danielle Proulx), und der Vater (Michel Côté) sieht in ihm das Potenzial für den perfekten Sohn. Doch dann beginnt Zach (Marc-André Grondin, demnächst in Steven Soderberghs Che-Bio-Pic "Guerrilla" zusehen), seine zunächst symbolische Andersartigkeit auch auszuleben und sorgt für Irritationen. Den Sound zu seiner Selbstfindung liefern Zachs Idole: Pink Floyd, Rolling Stones und der aufstrebende David Bowie. Sie begleiten ihn bei den ersten Erfahrungen mit Liebe, Sex und Drogen und helfen ihm, sich von seinem Vater abzugrenzen. Dieser hört leidenschaftlich gern die Country-Sängerin Patsy Klein und Chansonnier Charles Aznavour. Mit seiner liebevollen Ausstattung und den authentischen Kostümen sorgt der Film für viel Emotionen und weckt zudem nostalgische Erinnerungen an eine Jugend in den 70-ern. Vera Seeberg |
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