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The Chap - Mega Breakfast

The Chap Mega Breakfast

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Die vier Leute sehen aus wie Lehrer, schrauben ihre Musik am Laptop zusammen und stehen auf Rock, Disco und Elektro. Hot Chip würde dem Szenekenner sofort ins Bewusstsein treten, doch die haben ja ihre Platte schon draußen. Außerdem sind The Chap, so der Name der Gesuchten, gar nicht darauf aus, mit irgendwem oder irgendwas verglichen zu werden. Das europäische Quartett, das seine Basis in London eingerichtet hat, schraubt so lange an den Instrumenten herum, bis der Flow stimmt. Zufällige Unstimmigkeiten werden über die vernetzten Notebooks synchronisiert, sodass das kontrollierte Chaos gezielter genutzt werden kann. Und das kann man auf ihrem dritten Album "Mega Breakfast" wirklich gut hören.

Ungestüm vertrackte Beats zerstören die Stille, zerhäckselte Satzfragmente werden durch den Sprachsampler gejagt, bis nur noch das Wort Dancefloor übrig zu bleiben scheint ("They Have A Name"). Überbordenden Intellektuellen-Pop vs. Kammermusik gibt es auf der ersten Single "Fun And Interesting", quasi als Appetizer für den perfekt durchstrukturierten Zappler "Caution Me". Der kommt als ästhetisch fein abgestimmtes Computer-Konglomerat daher, das seinen Reiz aus versetzten Rhythmuswechseln bezieht, die zum vorsätzlich unterkühlten Sprechgesang einen vorzüglich angereicherten Minimalisten-Funk ausschwitzen.

"Surgery" klingt wie mathematischer Disco-Soul, der in den 80er-Jahren gezippt, und 2008 wieder entkomprimiert wurde. Die wieder neu gewonnenen Klangräume wummern durch den Raum, die Stimmen-Doppler-Effekte purzeln durch die träge gezupften Chic-Gitarren-Akkorde hindurch, und der Fuß will nicht aufhören mitzuwippen. In "Ethnic Instrument" treffen wilde Rock-Eskapismen auf Vokalakrobatik à la Yello und selbst nervöses Gefiepe und Gezirpe harmoniert in "The Health Of Nations" mit einem in endlosem Repeat gefangenen dumpfen Bassfundament. Darf es Can, The Art Of Noise oder gar ein 80er-Jahre Funky-Elektro-Drum-Machine-Prince sein? Am besten alles gleichzeitig? Kein Problem für The Chap.

Die sind durchgeknallt, geben sich dabei intellektuell und scheinen mit dieser seltsamen Einstellung auch noch gut zu fahren. Es groovt, es klackert, es macht Spaß. Far Out 2.0, oder so.

Constantin Aravanlis


Datum: 29.05.2008

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Diskussion: "The Chap - Mega Breakfast"

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