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Ein verlockendes Spiel

Ein verlockendes Spiel

(tsch/mb) Eine Mischung aus Sportfilm und einer Hommage an die klassischen Screwball-Komödien der 30er Jahre ist der neue Film von Regisseur George Clooney „Ein verlockendes Spiel“. Es geht um die Zeit, in der American Football populärer und immer mehr zu dem wurde, was er heute ist: dem Wirtschaftsevent Superbowl. Diese Entwicklung verfolgt Regisseur und Hauptdarsteller Clooney durchaus kritisch, obwohl der Film eigentlich eine Komödie sein soll. Dazu kommt auch eine Liebesgeschichte zwischen Clooney und der Journalistin Lexi (Renée Zellweger). Das ist das eigentliche Problem von „Ein verlockendes Spiel": Er kann sich nicht wirklich entscheiden, was er sein will, und so bleibt die Geschichte ein bisschen zwischen den Genres hängen, in die sie gezwängt wird.

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George Clooney hat sich für sein Herzensprojekt - er träumte schon vor zehn Jahren zusammen mit Buddy Steven Soderbergh von einer solchen Komödie - mal wieder eines Themas der jüngeren US-Geschichte angenommen, das er durchaus gesellschaftskritisch betrachtet. 1925 war der Profi-Football in den Vereinigten Staaten noch eine rüde Rüpelveranstaltung - ohne Regeln, ohne Zuschauer, ohne Perspektiven. Als Dodge Connelly führt Clooney seine Mannschaft, die "Duluth Bulldogs", und damit die gesamte Liga aus der Bedeutungslosigkeit.

Er verpflichtet nämlich nach einem Geistesblitz Carter "Bullet" Rutherford (John Krasinski). Der ist Star des ungleich populäreren College-Footballs und verdienter Kriegsheld. Mit ihm im Team ändert sich alles: Das Publikum kommt in Scharen und das Training wird professioneller. Dabei werden von George Clooney augenzwinkernd durchaus ernste Töne angeschlagen. Der Sport verliert seine Unschuld und wird kommerzialisiert. Mit jedem Schritt in Richtung Superbowl, der mit einer Milliarde TV-Zuschauern und horrenden Werbepreisen zu einem veritablen (und profitablen) Wirtschaftsunternehmen geworden ist, entfernt sich der Football von Spaß und Freiheit. Und das gilt überall.

Für einen alten, in Zeiten der Prohibition heimlichen, Trinker und Lebemann wie Connelly ist es schwierig, mit den Geistern, die er rief, umzugehen. Er versucht's trotzdem und dabei ist eine Menge Slapstick im Spiel, auch Ironie und ein kokettes Spielen mit dem eigenen Image. Spannend wird's aber erst, als sich Dodge Connelly und die von Renée Zellweger gespielte Enthüllungsjournalistin Lexi Littleton (was für ein schöner, typischer Name) begegnen. Die will eigentlich Carter Rutherford entlarven, dessen Heldentaten im Ersten Weltkrieg umstritten sind.

Während sie gemeinsam die Geburtsstunde des Profisports erleben, duellieren sich Zellweger und Clooney verbal. Ironisch, spöttisch, selbstbewusst - ein Nachgeben gibt's nicht. Mit geschliffenen Dialogen und gutem Timing, mit minimaler Mimik und maximaler Coolness wird dieses Duell ausgetragen und ist doch nur, den Gesetzen des Genres folgend, ein Vorspiel für das Unvermeidliche: einer gemeinsamen Zukunft.

Leider wollen die kernigen Footballer nicht immer richtig hineinpassen ins Screwball-Korsett. Ambitionierte Geschichte und hintergründiger Plot mit den Mitteln der Komödie - Clooney kann sich nicht entscheiden, was er will. So pendelt "Ein verlockendes Spiel" zwischen Sportfilm mit Slapstick und überdrehter Screwball-Komödie voller liebenswerter, aber nicht immer passender Zitate - und ist dabei vor allem ein 20er-Jahre-Kostümschinken. Unterhaltsam zwar, aber nicht bemerkenswert. Am Ende gewinnt Clooneys Team mit einem letzten Trick, der dem Regisseur für seinen Film leider nicht einfiel.

Andreas Fischer

Credits:
V:Universal, USA 2008, R: George Clooney, D: George Clooney, Renée Zellweger, John Krasinski u.a.

Laufzeit: 114 Min.

Kinostart:
05. Juni 2008


Es ist "Ein verlockendes Spiel", zu dem sich George Clooney und Renée Zellweger treffen - leider ohne dabei die "big points" zu machen.
Es ist "Ein verlockendes Spiel", zu dem sich George Clooney und Renée Zellweger treffen - leider ohne dabei die "big points" zu machen. (Universal)

Dodge Connelly (George Clooney) liebt den Football der alten Prägung und läutet dennoch eine neue Ära ein.
Dodge Connelly (George Clooney) liebt den Football der alten Prägung und läutet dennoch eine neue Ära ein. (Universal / Melinda Sue Gordon)

Journalistin Lexie Littleton (Renée Zellweger) ist von den Footballern ganz angetan.
Journalistin Lexie Littleton (Renée Zellweger) ist von den Footballern ganz angetan. (Universal / Melinda Sue Gordon)

Datum: 03.06.2008

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