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Lenin kam nur bis Lüdenscheid

Lenin kam nur bis Lüdenscheid

(tsch/mb) Richard David Precht betrachtet sich nicht als ein Opfer seiner DDR-treuen Eltern, obwohl er seine Kindheit und Jugend in einer völlig realitätsfernen, auf Lügen aufgebauten kommunistischen Familienenklave verbrachte. Der Schriftsteller lebte in den 60er- und 70er Jahre mit seinen Eltern in Solingen, das zur BRD gehörte. Diese Tatsache hinderte seine Eltern nicht daran, ihren Sohn im streng kommunistischen Geist zu erziehen. Prechts Biographie „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ kam 2007 raus und wird nun von André Schäfer verfilmt.

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"Er ist eine dokumentarische Fiktion, die Verfilmung der Welt in meinem Kopf", beschreibt Precht den Film, für den der Regisseur André Schäfer nicht nur Interviews mit dem Autor verwendete. Damit es "nicht zu autistisch" wird, wurden einige Szenen inszeniert, wurden Verwandte und Freunde befragt und tief in Familien- und anderen Archiven gegraben, um Prechts Kindheit zu rekonstruieren.

Das Schöne an der dabei entstandenen Lektion in jüngerer deutscher Geschichte ist der Blickwinkel des Kindes, aus dem sie erzählt wird. Mit einer Spur Ironie und staunender Naivität erinnert sich Precht an die DDR, die ihm wie ein Paradies vorkam, an Asterix, den er lesen durfte, weil er sich gegen die römischen Besatzer wehrte, während Coca-Cola und Raumschiff Enterprise Hausverbot hatten. Es ist eine kommunistische Enklave, die sich Familie Precht geschaffen hat. Während sich die Welt draußen grundlegend veränderte, der Kalte Krieg tobte und die Menschen gegen die Atombombe demonstrierten, bekam Richard David eine idealistische Erziehung verpasst, die so ganz anders war als alles, was sich im Rest der Bundesrepublik abspielte, ihn aber nicht wirklich auf die Realität vorbereite.

Nadja Olsen

Credits:
V:W-film, D 2008, R: André Schäfer

Kinostart:
05. Juni 2008


"Lenin kam nur bis Lüdenscheid" rekonstruiert augenzwinkernd das Aufwachsen eines Kindes in seiner kommunistischen Familie mitten in Westdeutschland.
"Lenin kam nur bis Lüdenscheid" rekonstruiert augenzwinkernd das Aufwachsen eines Kindes in seiner kommunistischen Familie mitten in Westdeutschland. (W-film)

Richard David Precht erinnert sich in "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" an seine Kindheit, die geprägt war von einem linken Elternhaus.
Richard David Precht erinnert sich in "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" an seine Kindheit, die geprägt war von einem linken Elternhaus. (W-film)

Flagge zeigen: Früher gab es noch Aktivisten, die diese Bezeichnung verdienten.
Flagge zeigen: Früher gab es noch Aktivisten, die diese Bezeichnung verdienten. (W-film)

Datum: 01.06.2008

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