Virginia Nascimento Twisted Mind
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Die gebürtige Brasilianerin und Wahl-Berlinerin Virginia Nascimento war deutschlandweit bisher unter ihrem Vornamen an den Turntables tätig. Sie legte an der Seite von Mousse T. auf und arbeitete als Sängerin für Tom Novy, Cluesco, Steve Bug und Jam & Spoon. Jetzt also erscheint ihr Debütalbum "Twisted Mind", an dem sie ganze vier Jahre lang gebastelt hat. Herausgekommen ist dabei eine Mischung aus Soul, Elektro und Pop mit lateinamerikanischen Einschlägen. Ansprechende und gute Unterhaltung, die allerdings nicht viel Neues wagt."They are prepared, they are under way to write history", heißt es in dem Song "Red Alert". Die Rede ist von den Soldaten im Irak. Natürlich ist es ein politischer Text, der den Einsatz in Frage stellt. Heiter ist der Sound und steht damit in Kontrast zu dem ernsten, aber schon ausgelutschten Thema. Auch die erste Singleauskopplung "There's Nothing You Did Wrong" packt ein gesellschaftspolitisches Thema an und wirkt dabei etwas zu gut gemeint und aufgesetzt. Der Track thematisiert die sozialen Unterschiede in einer Gesellschaft, insbesondere die Umstände, in die jeder Einzelne hineingeboren wird, für die er aber nichts kann. Der mit Gitarren-Riffs unterlegte Sound ist dagegen einer der schönsten auf der gesamten CD. Glaubwürdiger wirkt Nascimento immer dann, wenn sie ihre eigenen Gefühle und Wünsche besingt, wie in dem Song "Everything Left", der die Geschichte einer Freundin erzählt. Aber auch in "Frankfurt": Der Track, der ein kleines Liebesgeständnis an die Stadt sein soll und mit Elektro-Beats unterlegt ist, handelt vom Leben, das sich ständig verändert. "Twisted Mind" ist ein ruhiges, aber durchaus unterhaltsames Album. Mit ihrem Soul-, Pop- und Elektromix verlässt Virginia Nascimento aber nicht betretene Pfade. Sie will gefallen - und das ist sowohl den Texten, als auch dem Sound anzumerken.
Philip Mukherjee
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