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(tsch/vm) Wenn von Rassismus die Rede ist, denkt man als Erstes an den Nationalsozialismus und Skin Heads. Denn dieses Problem wird in Europa ständig thematisiert. Ganz anders als in Asien, wo Rassismus zum Alltag gehört und über ihn selten diskutiert wird. Koreaner werden in Japan von vielen als minderwertige Menschen angesehen. Regisseur Isao Yukisada nähert sich sehr kunstvoll und behutsam diesem heiklen Thema, indem er die Geschichte eines in Japan geborenen koreanischen Teenagers erzählt. Dabei wechselt der Ton zwischen Humor und Tragik so schnell wie die bewegten Kameraeinstellungen.

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Schnelle Schnitte, Zeitraffer, ein cooler Look - "Go" (2001) sieht in den ersten Minuten wie eine japanische Version von "Lola rennt" aus, entwickelt sich dann aber schnell zu einem bewegenden, sehr emotionalen Drama über Rassismus im Alltag. Der Film von Regisseur Isao Yukisada ist nun erstmals auf DVD erhältlich.

Viele Japaner sehen Koreaner als Menschen zweiter Klasse mit "schlechtem Blut" an. Welche Folgen diese Haltung auf das Zusammenleben hat, bekommt der junge Sugiharas (Yosuke Kubozuka) jeden Tag zu spüren. Er ist ein "Zainichi", ein in Japan aufwachsender Koreaner. Als er die alltäglichen Hänseleien an seiner neuen japanischen Schule nicht mehr erträgt, beginnt er sich sehr wirkungsvoll mit den Fäusten Respekt zu verschaffen. Doch die brutalste Begegnung mit dem Rassismus wartet noch auf ihn.

Bei einer Party seines ersten japanischen Freundes lernt er Sakurai (Kou Shibasaki) aus einer gutbürgerlichen Familie kennen, und sie werden ein Paar. Erst kurz vor der ersten Liebesnacht gesteht er ihr seine wahre Herkunft und hofft, dass sie keine Rolle spielen werde. Den Kopf voller Vorurteile, wendet sich das Mädchen trotz ihrer Gefühle entsetzt von ihm ab. Für Sugihara beginnt der wichtigste Kampf seines Lebens: Er muss erst zu sich selbst finden, um selbstbewusst auch Sakurai wieder für sich zu gewinnen.

Der latente, oft ausgelebte, allerdings nicht öffentlich diskutierte und problematisierte Rassismus stellt in Japan ein heikles Thema dar. Isao Yukisada nähert sich dem mit einer zunächst leicht anmutenden Heldengeschichte und einem geschickten Wechsel zwischen Humor und starken, dramatischen Emotionen. Doch dem Regisseur lässt sich mit "Go" nicht nur Mut, sondern auch das Talent für großes bewegendes Kino bescheinigen.

Leider ist der Bildtransfer der DVD nicht besonders gut gelungen. Störungen und Drop-Outs machen sich immer wieder bemerkbar. Außerdem beeinträchtigt eine durchgängige Unschärfe den Sehgenuss. Der Ton liegt nur in der untertitelbaren japanischen Originalfassung vor. Der 2.0-Sound hat im Frontbereich seine Stärken. Extras gibt es nicht.

Vera Seeberg

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Japanisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Keine
laufzeit 122 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 16 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton befriedigend
bewertung extras keine Wertung

Credits:
(J 2001, R: Isao Yukisada, D: Yosuke Kubozuka, Kou Shibasaki, Shinobu Otake u.a.)


"Go" erzählt vom problematischen Erwachsenenwerden eines jungen Koreaners in der japanischen Gesellschaft.
"Go" erzählt vom problematischen Erwachsenenwerden eines jungen Koreaners in der japanischen Gesellschaft. (Rapid Eye Movies)

Sugihara (Yosuke Kubozuka) muss eine harte Prüfung bestehen.
Sugihara (Yosuke Kubozuka) muss eine harte Prüfung bestehen. (Rapid Eye Movies)

Der junge Koreaner Sugihara (Yosuke Kubozuka, links) muss in Japan durch die harte Schule des Boxens.
Der junge Koreaner Sugihara (Yosuke Kubozuka, links) muss in Japan durch die harte Schule des Boxens. (Rapid Eye Movies)

Datum: 07.06.2008

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Diskussion: "Go"

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Artikel ID 202216

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