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Abenteuer Wissen: Fischfang aus dem Käfig

Abenteuer Wissen: Fischfang aus dem Käfig

(tsch) Die Fischbestände der Erde inzwischen so weit zurückgegangen, dass allein ein absoluter Fangstopp helfen könnte. Weil jedoch die Nachfrage nach Fisch nicht abreißt, bleibt einstweilen Fischzucht die einzige Lösung. Doch die Fischfarmen haben ihre Schattenseiten: Überschüssiges Futter und Exkremente verschmutzen die Buchten, zurück bleibt ein meterdicker Bakterienschlamm. Die neue Ausgabe von "Abenteuer Wissen" will mögliche Auswege aus der Misere zeigen: Weltweit arbeiten Forscher an Lösungen. Weshalb die Sendung mit Karsten Schwanke verspricht, spannende Fisch-Science-Fiction zu bieten.

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In Europa sind die Norweger im Fischzüchten Meister. Mehr als 40.000 Tonnen Fisch, vor allem Lachs, exportieren sie pro Jahr. Die Nachteile sind offensichtlich. So errechneten Meeresbiologen, dass eine Lachsfarm mit 200.000 Fischen etwa so viel Dreck wie eine Stadt mit 20.000 Einwohnern produziert. Zudem werden die Fische mit Antibiotika vor Krankheiten geschützt. Und schließlich kommen auf ein Kilo Zuchtfisch etwa vier Kilo Futter, das wiederum aus Wildfisch gefertigt wird.

Keine Frage, dass das auf Dauer nicht so weitergehen kann. Forscher in aller Welt brüten daher längst über der Frage, wie die ökologische Katastrophe vermieden werden kann.

Größter Aufreger der "Abenteuer Wissen"-Dokumentation: In Puerto Rico hat der Ingenieur Clifford Goudey einen freischwimmenden Kugelkäfig für Meeresfische entworfen. Die Käfige werden in fast 30 Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel vertäut. Mit einem Durchmesser von 20 Metern können sie mehr als 15.000 Fische fassen. Die Strömung spült Exkremente, das Wasser bleibt sauber, was Antibiotika überflüssig macht. Doch der eigentliche Clou des Modells ist: Goudey will seine Käfige auf die große Reise schicken. Meeresströmungen sollen die Fische in ihren computergesteuerten Käfigen dorthin tragen, wo sie gegessen werden. In der Tat eine ziemlich fantastische Vision.

Nur ein Beispiel unter mehreren Ideen, die dem Fischfang der Zukunft die Richtung weisen sollen. So will der New Yorker Biologe Martin Schreibman die Fische gleich dort züchten, wo wir sie essen - nämlich in der Stadt. Ob das dann aber noch Meeresfische sind?

Wilfried Geldner


Karsten Schwanke moderiert seit 2006 "Abenteuer Wissen" im ZDF. In der heutigen Ausgabe zeigt er Möglichkeiten des ökologischen Fischfangs auf.
Karsten Schwanke moderiert seit 2006 "Abenteuer Wissen" im ZDF. In der heutigen Ausgabe zeigt er Möglichkeiten des ökologischen Fischfangs auf. (ZDF / Kai-Uwe Waerner)

Datum: 12.06.2008

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Artikel ID 202482

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