(tsch/vm) Charles Bukowskis Werk gehört nebst dem jüngerer Autoren wie Irvine Welsh und Matias Faldbakken zur so genannten gehobenen Unterhaltungsliteratur. Alkohol- und Drogenexzesse, Lebenskünstler aus der Unterschicht, skurrile Außenseiterfiguren, die viel und oft fluchen…das ist die Welt, um die Bukowskis Schaffen kreiste. Diese Welt gefällt in Filmen, wie die Kultverfilmung von Welshs Roman „Trainspotting“ oder die Gossenkomödie „Barfly“ (1987), für die Bukowski das Drehbuch schrieb, bewiesen. Es sei denn, es gelingt dem Regisseur nicht, das Außergewöhnliche, das Liebenswürdige der Charaktere einzufangen. Das ist das Problem bei der Verfilmung von Bukowskis Roman „Factotum“ aus dem Jahr 2005. Matt Dillon schlüpfte in die Rolle eines saufenden, fluchenden erfolglosen Schriftstellers und lieferte eine glänzende Leistung, die über manche Längen der Tragikomödie hinwegzutäuschen vermag.
Anzeige
"Factotum" Chinaski macht Aushilfsjobs. Daran stört ihn weniger das Niveau als vielmehr die eintretende Müdigkeit. Was ihm die Erkenntnis bringt, dass große Liebhaber immer auch große Müßiggänger waren. Und so lebt er der Libido zuliebe teilweise auf Kosten anderer. Der arme Poet flucht, das Messingbett schwankt im Halbdunkel: Das ist die Welt, in der man Charles Bukowski vermutet. Die sonore Stimme Dillons liegt in rauchigen Wolken über dem Zimmer, zitiert die selbst geschaffene Poesie. So könnte das ewig weitergehen ...
Das tut es auch - und genau das ist das Problem von "Factotum". Regisseur Bent Hamer ("Kitchen Stories") fällt es zunehmend schwerer, den Kreislauf zu inszenieren, den der selbstherrliche Außenseiter nicht verlassen wird. So mögen die Bilder noch so schmutzig sein, sie wirken wie aufgefädelt, hilflos aneinandergereiht. Neue Jobs unterscheiden sich nicht von den alten, Frauen (Marisa Tomei, Lili Taylor) kommen und gehen.
Viel zu selten wird der Akteur selbst aktiv, viel zu wenig schaut man hinter die Kulisse, um zu erahnen, was die Faszination oder auch Tragik dieses Menschen ausmacht. Was fehlt, ist der Spannungsbogen, das Motiv oder schlicht ein Gefühl. So konzentriert sich das Geschehen auf Dillon und zerreibt seine mutige Performance. - Nachdem er gerade das Drama "Nothing but the Truth" und die Komödie "Old Dogs" abgedreht hat, steht der vielseitige Schauspieler derzeit für den Thriller "Armored" vor der Kamera.
Franziska Kramer
Der Schriftsteller Henry "Hank" Chinaski (Matt Dillon) träumt davon, dass seine Kurzgeschichten auch einmal veröffentlicht werden. (ZDF / John Christian Rosenlund)
Für Henry Chinaski (Matt Dillon) gehören Alkohol, Zigarren und Frauen zusammen - weshalb er seine Partnerinnen, wie Laura (Marisa Tomei), zumeist in den Bars der Stadt kennenlernt. (ZDF / John Christian Rosenlund)
Henry (Matt Dillon) schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. (ZDF / John Christian Rosenlund)
Alles Bangen und Hoffen half nichts. "Enterprise", die fünfte "Star Trek"-Ablegerserie, wurde vom amerikanischen Sender United Paramount Network aufgrund anhaltend schwacher Quoten vorzeitig im Mai vergangenen ...
Das ist der Film, in dem Captain Kirk sein Leben lassen musste. Zweifellos war es 1994 an der Zeit, von der alten Crew des "Raumschiffs Enterprise" im Kino nach sechs Filmen Abschied zu nehmen. Sie waren ...
"Ich bin nicht Spock" - mit diesem Buchtitel schockte Leonard Nimoy in den 70er-Jahren die Trekker. Man munkelte, er wolle die Enterprise nie wieder betreten. Doch dann kam alles anders. Für den dritten ...
Die Trekker haben es nicht leicht. Nachdem im Mai die vierte und letzte Staffel der Serie "Star Trek: Enterprise" auf DVD veröffentlicht wurde, schien es gar so, als ob sich eine Ära dem Ende neigen würde. ...
Die Kunst der "Star-Trek"-Filme lag stets darin, dem Trekker Nachvollziehbares zu präsentieren. Er muss frühzeitig Hintergründe der Geschichte verstehen und somit in der Lage sein, die Ereignisse in einen ...
Der vierte Teil der "Star Trek"-Kinofilme sollte, darauf hatten sich die Verantwortlichen schnell geeinigt, eine Zeitreise der "Enterprise"-Crew zum Thema haben. Schon eine Episode der TV-Serie hatte Kirk ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream