(tsch/vm) Tanz als Therapie, Tanz als Flucht vor dem Alltag, als befreiender Moment in einem sonst eher deprimierenden Leben… Laurin (18), Mario (36) und Reinhard (63) sind ganz sie selbst, nur wenn sie tanzen. Völlig losgelöst von ihren Problemen, fast schwerelos sehen sie aus, wenn sie ihrem gemeinsamen Hobby frönen. Doch die Realität holt sie immer wieder ein. Dann lächeln sie kaum: Alle drei sind mehr oder weniger verlorene Seelen, Außenseiter, die mit dem Leben nicht wirklich zurechtkommen. Die Grimme-Preis-Trägerinnen Judith Keil und Antje Kruska begleiteten für ihren Dokumentarfilm Dancing with Myself von 2005 die drei außergewöhnlichen Menschen und schafften es, sehr tiefgründige und sensible Einblicke in ihre Welt zu gewinnen.
Anzeige
Wenn Laurin mit geschlossenen Augen mit sich selbst tanzt, sieht sie wunderschön aus, charismatisch und stark. Doch eigentlich ist die 18-jährige Berlinerin einfach nur sehr traurig und verloren. Mit ihrer Mutter lebt sie in einer chaotischen Wohnung und findet ihre Schulbücher in der heillosen Unordnung nicht. - Auch egal: Die Schule will das intelligente, aber irgendwie eigenartige Mädchen sowieso schmeißen. Dort wurde sie immer nur gehänselt, wie Laurin unter Tränen berichtet.
Auch Mario, der einsame Wolf, ist nur beim Tanzen glücklich. Ansonsten sitzt er mit traurigem Blick in seinem kleinen Zuhause, einem Wohnmobil, oder schlägt sich mal wieder mit irgendwelchen Gelegenheitsjobs durch. Er hätte so viel mehr drauf, doch er packt es einfach nicht. Auch seine Mutter, die (zu) oft vorbeischaut, kommt nicht an ihn heran.
Der dritte der einsamen Tänzer ist der Rentner Reinhard, der ein bisschen wie ein Alt-Hippie wirkt. Er sucht sein Glück bei esoterischen Tanzseminaren oder schwebt barfuß durch den "Energy-Dance". Er lächelt viel, auch wenn man spürt, dass es ihm manchmal schwerfällt. Denn Reinhard, der versucht, seinem großen Idol Alexis Sorbas nachzueifern, leidet seit Jahrzehnten unter chronischer Schlafkrankheit.
Alle drei erlauben dem Zuschauer, tief in ihre Seele zu blicken, wodurch er schnell in den Bann des Dokumentarfilms gezogen wird. Die Musik tut ihr Übriges, um die Emotionen noch intensiver zu transportieren und "Dancing with Myself" (Discovery Channel Filmpreis auf dem Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig) im wahrsten Sinne des Wortes zu einem bewegenden Erlebnis zu machen.
Ute Nardenbach
Beim Tanzen schwebt Laurin über den Dingen. Den Alltag kann sie dagegen nur schwer meistern. (ZDF / Marcus Winterbauer)
Ein trauriger Geburtstag: Mario feiert mit seiner Mutter im Wohnwagen, in dem er lebt. (ZDF / Marcus Winterbauer)
Mario blüht beim Tanzen auf. (ZDF / Marcus Winterbauer)
Ultraviolet
"Resident Evil" zum Vierten: "Afterlife" befindet sich derzeit in Vorbereitung und soll am 16. September 2010 in die Kinos kommen. In den vergangenen Wochen hatten Hauptdarstellerin Milla ...
Gut möglich, dass man dieser Elektra schon einmal begegnet ist. Eine Kriegerin, sinnlich, rachsüchtig und dunkel, mit perfektem Körper und erstaunlichen Kampftechniken. Es war in der wenig erfolgreichen ...
Weit über 200 Millionen Dollar soll die Reaktivierung des größten Superhelden der Kinogeschichte gekostet haben. Was ja keineswegs automatisch einen guten Film garantiert, wie genügend Beispiele in der ...
2011 wird ein Super-Kinojahr: Unter anderem wollen "Superman", "Captain America", "The Green Lantern" und "Thor" die Leinwände erobern. Geplant sind außerdem drei weitere "X-Men"-Abenteuer: "Deadpool" ...
Ein Mauerblümchen und sein großer Traum: endlich so hip, gestylt und beliebt zu sein wie die Schönheiten auf den Titelbildern der Frauenzeitschriften. So nachvollziehbar die Geschichte auch beginnt, so ...
Sie singt, sie tanzt und arbeitet als Schauspielerin, sie sieht gut aus, ist wahnsinnig erfolgreich und glücklich verheiratet - Beyoncé Knowles ist ein wahres Wunderwesen. Daher lag die Wahl wohl nahe, ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream