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Aimee Mann - @#%&! Smilers

Aimee Mann @#%&! Smilers

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Das siebte Soloalbum der ehemaligen "'Til Tuesday"-Sängerin ist - wenn man es genau nimmt - die erste klassische Song-Kollektion Aimee Manns seit "Lost in Space" von 2002. Dazwischen nahm die kalifornische Ausnahme-Songschreiberin ein herrliches Seventies-Southern-Rock Konzeptalbum auf ("The Forgotten Arm", 2005), sowie das bezaubernde Weihnachtswerk "One More Drifter in the Snow" (2006). Nun, wenn all ihre Konzeptalben derart voll mit betörenden Liedern wären, hätte die Blondine mit der Gänsehautstimme gern mit einem Liederzirkel über den kalifornischen Strandfloh aufwarten dürfen. Tut sie aber nicht. Ihr neues Werk "@#%&! Smilers" enthält 13 runde Popsongs mit ebenso vielen Protagonisten und ihren klug ausgeleuchteten Problemen.

Ein reicher Mann mit Drogenproblem kommt nach L.A. Die überdrehte "Stadt der Engel" wird zu seiner Zusatzdroge. Bald ist er so in seinem neuen schlechten Leben gefangen, dass er sich noch nicht mal mehr den "Freeway" - Symbol aller kalifornischen Freiheit - leisten kann. Geschichten wie diese ("Freeway") sind typisch für die Songwriterin Aimee Mann, die mit ihren Liedern seit knapp anderthalb Jahrzehnten amerikanische Biografien so brillant ausleuchtet, wie das außer ihr wohl kaum eine zweite Künstlerin schafft.

Songs über alternde Boxer, die glücklich darüber sind, dass sie keine großen Ziele mehr erreichen können. Wer nicht mehr sucht, hat Ruhe gefunden ("Looking For Nothing"). Eine Schneewittchen-Geschichte aus L.A. ("Borrowing Time") wird zum Abgesang auf Musik- und Filmindustrie. Und der Song "Great Beyond" könnte als musikalischer Kommentar des jüngsten Film-Meisterwerks "Into The Wild" von Sean Penn gelten, Aimee Manns Schwager.

Die Ehefrau des mittlerweile vor allem im Soundtrack-Geschäft arbeitenden Michael Penn zeigt sich insgesamt auch auf "Smilers" in gewohnt guter Verfassung. Höhepunkte des in kantigem Keyboard- und "Cars"-Gedächtnis-Sound gestrickten Albums sind der Ohrwurm "Freeway", das wuchtig-epische "Great Beyond" und das überirdisch schöne "Little Tornado", das einem Song wie dem Oscar-nominierten "Save Me" aus dem Film "Magnolia" in Sachen Gänsehaut in nichts nachsteht.

"Smilers", das nach einer von Aimee Mann favorisierten Internet-Newsgroup für Leute mit schlechter Laune benannt ist, ist vielleicht nicht Manns bestes Album. Ein sehr gutes und überzeugendes Werk bleibt es im Angesicht ihrer zeitgenössischen Songwriter-Konkurrenz aber dennoch. Und die Songs gewinnen beim mehrmaligen Hören immer mehr dazu - auch das sicher kein Merkmal niederer Qualität.

Eric Leimann


Datum: 17.06.2008

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