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Thea Gilmore - Harpo's Ghost

Thea Gilmore Harpo's Ghost

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Düster verpackt ist dieses Album - aus viel Schwarz und latent aggressivem Dunkelrot leuchtet das Gesicht von Thea Gilmore gespenstisch weiß heraus. Der verschattete Blick und der Schmollmund passen gut zu ihren scharfen Texten und ihrer selbstbewussten Musik. Nach dem Durchbruch mit dem Album "Avalanche" (2003) rollte die Lawine in Thea Gilmores Privatleben erstmal richtig zu Tal: Sie trennte sich von ihrem Label, von ihrem Freund, zwei Verwandte erkrankten schwer, und bei der britischen Singer / Songwriterin selbst wurde klinische Depression diagnostiziert. Nach dieser Zeit setzte sie nun "Harpo's Ghost" frei.

"And the neon will light my face like a ghost girl" singt sie im - abgesehen vom Hidden Track - letzten Song "Slow Journey no.2". Bisher ließ es die 27-Jährige alles andere als langsam angehen. Es ist ihr bereits fünftes reguläres Studioalbum. Mit 16 verließ die Sängerin mit irischen Wurzeln das Elternhaus in Oxford, um in einem Aufnahmestudio zu arbeiten. Mit Platte Nummer vier, "Avalanche" (2003), brach in ihrer Heimat Großbritannien endgültig der Jubel los über den neuen Stern am Blues-, Folk- und Rock-Himmel: Legendäre Referenzen wie Joni Mitchell und Bob Dylan wurden herangezogen. "So good, she's scary" (MOJO) stand zu lesen, und "The most provocative songwriter to emerge from England in years" (USA TODAY).

Thea Gilmore hat viele Talente. Ihr Debüt veröffentlichte sie mit 19 beim selbstinitiierten Label Shameless Records. Besonders fällt natürlich zunächst ihre ausdrucksvolle, vielseitige Stimme auf. Die steht in schönem Widerspruch zu den kritischen Texten, denen sie selbst einen poetischen, aber ätzenden Schliff verleiht. Es sind die existenziellen Themen Liebe, Tod und Krieg, über die Thea Gilmore an der Gitarre sinniert, genauso wie über die Gesellschaft und Politik. Die eingängigen Melodien, die sich auch ganz gut zum stimmungsvollen Easy Listening eigneten, scheinen zunächst ebenfalls darüber hinweg zu täuschen. Doch auch darin überraschen immer wieder Rhythmenwechsel und neue instrumentale Elemente.

Populäre Namen tauchen am Rande von Thea Gilmores neuem Album auf. Kollegin und Freundin Kathryn Williams singt die Backing Vocals zu subtil verstörenden "Contessa". Zum Song "Red White and Black" wurde sie inspiriert, als sie mit Joan Baez durch die USA tourte: "The last tequila sunrise / the last pink Cadillac / They've painted out this rainbow / With red white and black." Im hidden track schließlich singt die Musikerin von ihrer Leidenschaft ("play"), und will "make the ghost appear". Durch diesen gut gelaunten Song geistert fast ein Lächeln.

Petra Fürst


Datum: 19.10.2006

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