logo
Anzeige
Cineastentreff Kino Film Filmstarts - Neu im Kino Kino Film All the Boys Love Mandy Lane
All the Boys Love Mandy Lane

All the Boys Love Mandy Lane

(tsch/cg) Anfangs kommt einem die Geschichte, die der Teen-Slasher „All the Boys Love Mandy Lane“ erzählt, sehr bekannt vor. Die Fronten sind klar: Es gibt die High-School-Schickeria, einen langweiligen Loser und ein schönes, tugendhaftes Mädchen namens Mandy, das anders ist als ihre oberflächlichen Mitschülerinnen. Und dann verschwinden sie mysteriös, einer nach dem anderen. Das hat man nun wirklich schon oft genug gesehen, denkt man zunächst. Doch diese Klischeehaftigkeit des Genres ist es, mit der Regisseur Jonathan Levine gekonnt spielt, um ihm auf diese Weise eine neue Perspektive zu verleihen. Tiefgängiger und origineller inszeniert als Genre-Klassiker wie „I Know What You Did Last Summer“ oder „Scream“, ist „All the Boys Love Mandy Lane“ ein sehenswerter Film für alle Liebhaber des Horror-Subgenres.

Anzeige

 

Ausgeschlossen von den In-Cliquen der Schönen und Reichen, kann sich Mandy (Amber Heard) scheinbar nur auf eine Konstante in ihrem Leben verlassen: ihren besten Freund Emmet, gespielt von TV-Serienschauspieler Michael Welch, der das typische Waschlappenbild eines gelangweilten Jugendlichen ohne sonderliche Talente abgibt. Er wünscht sich auf besonders innige (und letztlich krankhafte) Weise eine Beziehung mit seiner Traumfrau, die ihm so nah und doch gleichzeitig so fern ist.

Als die Feindlichkeit des Außenseiters zu seinem Umfeld zu einem tödlichen Unfall führt, sagt sich die tadellose Mandy von ihrem treuen Weggefährten los und öffnet sich der Schüler-Schickeria, die sie sogleich zu einem Kurzurlaub auf die elterliche Farm eines der Beteiligten ins Outback von Texas einlädt. Mandy ist zweifellos der Mittelpunkt allen Geschehens: Umschwirrt von männlichen Avancen und weiblichen Neurosen, eskaliert die Situation bald, als in den adoleszenten Rausch aus Hormonen, Alkohol und Drogen ein Killer stößt, der nach und nach auf brutale Weise die Cliquen-Mitglieder dahinrafft - bis nur Mandy überbleibt.

Trailer: "Mandy Lane" mit Amber Heard


Regisseur Jonathan Levin gelingt es mit "All the Boys Love Mandy Lane", das so oft verfilmte Klischee eines unbeschwerten Sommers zugunsten einer befremdlichen, erotisierten Spannung zu umgehen, in die der Schrecken einzieht, als gäbe es keine andere Alternative. Die Faszinationskraft der unwirtlichen Kulisse entspringt der latenten Melancholie der Akteure, die bei ihrer glücklosen Suche nach Sorglosigkeit und Befriedigung einen konkret kaum fassbaren Masochismus an den Tag legen. So als wollten sie für etwas bestraft werden. Der Hüter der familiären Farm namens Garth (Anson Mount) wirkt nur auf den ersten Blick wie der Babysitter einer wild gewordenen Horde Rauschgift schnupfender Möchtegernerwachsener und entpuppt sich als einzige Identifikationsfigur für den angesichts des weltentrückten Treibens immer unsicheren Zuschauer.

Das Schocker-Drama um das ewige Lied jugendlicher Grausamkeit in Highschool-Zeiten ist damit weniger vorhersehbar, als es zunächst scheint. Das überraschende Finale im gleißend-flirrenden Licht des texanischen Farmlandes verleiht der ansonsten stereotyp angelegten Geschichte Tiefe und lässt unwillkürlich über einige Charaktere, ihre Unsicherheiten, Nöte und Verschrobenheiten nachdenken.

Die 22-jährige Hauptdarstellerin Amber Heard, die auch auf den Zuschauer eine hypnotische Wirkung entfaltet, hat noch eine steile Karriere vor sich. Sie war zuvor bereits in kleineren Rollen in "Alpha Dog" und dem Charlize-Theron-Drama "North Country" zu sehen. Mit Seth Rogen wird sie demnächst in der Actionkomödie "Pineapple Express" spielen, mit Winona Ryder steht sie für "The Informers" vor der Kamera. Als Mandy liefert sie eine verstörende Vorstellung, welche dem Teen-Slasher-Subgenre eine längst überfällige neue Perspektive verleiht und Drehbuchautoren hoffentlich zukünftig stärker dazu animiert, wenn schon nicht mit den äußerlichen Determinanten der bekannten Charakterschablonen zu experimentieren, dann wenigstens mit ihrem Innenleben, das mehr zu bieten hat als nackte Opferangst und fadenscheinige Tätermotive.

Leif Kramp

Credits:
V:Senator, USA 2006, R: Jonathan Levine, D: Amber Heard, Whitney Able, Michael Welch u.a.

Laufzeit: 90 Min.

Kinostart:
26. Juni 2008


Ein gefährlicher Psychopath beobachtet eine Highschool-Clique bei ihrem Wochenendausflug.
Ein gefährlicher Psychopath beobachtet eine Highschool-Clique bei ihrem Wochenendausflug. (Senator)

Wenn Mandy Lane (Amber Heard) auftaucht, werden alle Boys schwach.
Wenn Mandy Lane (Amber Heard) auftaucht, werden alle Boys schwach. (Senator)

Auch Red (Aaron Himelstein) hofft, näher an Mandy (Amber Heard) heranzukommen.
Auch Red (Aaron Himelstein) hofft, näher an Mandy (Amber Heard) heranzukommen. (Senator)

Datum: 26.06.2008

Facebook aktivieren

Diskussion: "All the Boys Love Mandy Lane"

Um eine Diskussion zu "All the Boys Love Mandy Lane" zu beginnen melden Sie sich bitte im Forum an. Wenn Sie noch nicht registriert sind, können sie sich jetzt registrieren um an den Diskussionen teilzunehmen.
Artikel ID 202285

 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 31 - id = 5172 - task = view - option = com_content - limitstart= 0