logo
Anzeige
Cineastentreff Kino Film Fernsehprogramm Kino Film Der grosse Bagarozy
Der grosse Bagarozy

Der große Bagarozy

(tsch) Auf Bernd Eichingers erste Kinoregie "Der große Bagarozy" (1999) war man gespannt. Schließlich hatte er nicht nur als Produzent (Constantin) immer wieder überzeugt, sondern im TV mit "Das Mädchen Rosemarie" bereits vor Jahren einen überzeugenden Film gedreht. "Der große Bagarozy", den SAT.1 in einer Wiederholung zeigt, war dann allerdings vom Einspielergebnis her enttäuschend. 257.000 Zuschauer wollten die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Helmut Krausser sehen, in dem es um eine Psychiaterin und deren Patienten geht, der sich für den Teufel hält. Eine der Hauptrollen spielte Til Schweiger, der zuletzt einen kleinen Part in der Westernkomödie "Die Daltons gegen Lucky Luke" übernahm und derzeit für die deutsche Komödie "Special" vor der Kamera steht.

Anzeige

 

Bei seinen Sitzungen mit der von ihrem Ehemann frustrierten Psychiaterin Cora Dulz (Corinna Harfouch) gesteht der seltsame Stanislaus Nagy (Til Schweiger) nicht nur seine große Leidenschaft für Maria Callas, sondern behauptet auch, der Teufel selbst zu sein. Zudem erklärt er: "Ich gehöre zu denen, die man zerstört, wenn man sie heilt. Ich werde mich also wehren!"

Angeblich leide er seit dem Zweiten Weltkrieg ungeheuerlich, da die Methode der Menschen, sich gegenseitig umzubringen, sehr unprofessionell geworden sei. Gut für ihn, dass er Maria Callas entdeckte und beschloss, sie zum Star zu machen - nur um sie später ins Unglück zu stürzen. Leider starb sie aber unverhofft, sodass ihr der Ruhm nicht mehr zu nehmen war.

Cora, die sich nicht sicher ist, wie sie ihren Patienten einstufen soll, behandelt ihn zunächst wie einen gewöhnlichen Schizophrenen. Doch dann mischt sich Nagy immer mehr in ihr Leben ein. Sie wird von der Ausstrahlung des Mannes gefangen genommen und entfernt sich dabei immer weiter von Robert (Thomas Heinze), ihrem langweiligen Ehemann, der sich mit der Lektüre ungewöhnlicher Todesmeldungen die Zeit vertreibt.

Nagy entführt Cora in eine fantastische Welt, aus der sie schließlich nicht mehr entrinnen kann. Bernd Eichinger übernimmt dabei im Off die Rolle des großen Zauberers Bagarozy, der mit filmischen Illusionen immer neue Welten öffnen kann.

"Auf der Mitte einer Brücke ist alles möglich", heißt es zu Beginn des Films, der damit auch auf sich selbst verweist: Der sichere Boden unter den Füßen des Zuschauers beginnt zu wanken. Gernot Roll (Kamera) fotografierte die moderne Teufelspakt-Version in beeindruckenden Bildern. Leider bleibt die Handlung etwas diffus, der Plot wird nicht recht deutlich. In seiner fantastischen Schrägheit ist der Film aber ein erfreulich unkonventionelles Wagnis.

Hans Czerny


Die Psychiaterin Cora Dulz (Corinna Harfouch) ist fasziniert von ihrem geheimnisvollen Patienten Stanislaus Nagy (Til Schweiger). Er erzählt nicht nur von nächtlichen Begegnungen mit der Sängerin Maria Callas, sondern behauptet auch, der leibhaftige Teufel zu sein.
Die Psychiaterin Cora Dulz (Corinna Harfouch) ist fasziniert von ihrem geheimnisvollen Patienten Stanislaus Nagy (Til Schweiger). Er erzählt nicht nur von nächtlichen Begegnungen mit der Sängerin Maria Callas, sondern behauptet auch, der leibhaftige Teufel zu sein. (SAT.1)

Cora (Corinna Harfouch) bemerkt zu spät, dass sie sich auf einen teuflischen Pakt eingelassen hat.
Cora (Corinna Harfouch) bemerkt zu spät, dass sie sich auf einen teuflischen Pakt eingelassen hat. (SAT.1)

Stanislaus Nagy (Til Schweiger) erzählt Cora von seinen nächtlichen Begegnungen mit Maria Callas.
Stanislaus Nagy (Til Schweiger) erzählt Cora von seinen nächtlichen Begegnungen mit Maria Callas. (SAT.1)

Datum: 09.10.2005

Facebook aktivieren
Artikel ID 159304

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Wanted
    Nach seinem ersten berauschenden Erfolg mit den SciFi-Actionfilmen „Wächter der Nacht“ (2004) und „Wächter des Tages“ (2006) erlebt der in Kasachstan geborene russische Regisseur Timur Bekmambetov nun ...

    Paycheck - Die Abrechnung
    Still ist es um John Woo geworden - viel zu still für diesen Kino-Krawallmacher ("Face/Off", "Mission: Impossible II") aus Fernost. Der Sci-Fi-Thriller "Paycheck - Die Abrechnung" (2003), den das Erste ...

    Signs - Zeichen
    M. Night Shyamalan ist unberechenbar. Das gilt nicht nur für die Plots seiner Filme, die stets überraschende Wendungen enthalten, sondern auch für den Erfolg der selbigen: Während "The Sixth Sense" (1999) ...

    Babylon A. D.
    Die Action stimmt. Doch will „Babylon A.D.“ mehr als ein Actionfilm sein, was ihm leider viel zu selten gelingt. Die Romanvorlage zum Film, Maurice G. Dantecs Zukunftsvision „Babylon Babies“, hat auf jeden ...

    Weiße Lilien
    In „Weiße Lilien“ sieht es oft aus, als hätte David Lynch hinter der Kamera gestanden. Der österreichische Regisseur Christian Frosch hat einen experimentellen Film gedreht: Die Geschichte ist mehrdeutig, ...

    Aeon Flux
    In Latex gegossene Schönheiten: Ehe Kate Beckinsale als Vampirin Selene in "Underworld: Evolution" (22.15 Uhr) Jagd auf Werwölfe und ihre eigenen Artgenossen macht, huscht Charlize Theron in der ProSieben-Free-TV-Premiere ...


 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 35 - id = 518 - task = view - option = com_content - limitstart= 0