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2046

2046

(tsch/cg) Der chinesische Regisseur Wong Kar-wai erfreute das anspruchsvollere Kinopublikum regelmäßig mit Kunststücken wie etwa „In the Mood für Love“ (2000) oder „My Blueberry Nights“ (2007). Der deutsche Titel seines Werks „2046“ wurde auf „2046 – Der ultimative Liebesfilm“ erweitert. Das klingt im Fall Wong Kar-wais kein bisschen übertrieben. Denn der Regisseur ist bekannt für seinen Feinsinn in der Darstellung von Gefühlen, für seinen subtilen Blick auf die komplexen und immer sehr real handelnden Figuren und für seine Vorliebe für große Themen wie Liebe, Verlust, Einsamkeit, Abschied etc. Er versteht es, Liebesgeschichten sehr effektvoll und bewegend zu erzählen, ohne jedoch sie mit Kitsch und Melodrama zu belasten. „In 2046 ändert sich nie etwas“: Mit diesen Worten fängt das kunstvolle 2004 entstandene Drama an. Sie stammen von einem Mann, der gerade Abschied von seiner großen Liebe genommen hat, die er womöglich nie wieder sehen wird.

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Der Vortragende sitzt in einem futuristischen Zug mit der Nummer 2046, irgendwo zwischen dem realen Abschied von der großen Liebe und einer fiktiven Hoffnung auf immerwährendes Glück, auf einer endlosen Reise zwischen flüchtigen Augenblicken, Verlust, Einsamkeit und Abschied. In einem schäbigen Hotelzimmer, ebenfalls mit der Nummer 2046, findet Chow Wo-man eine neue Liebe. Zumindest glaubt er das, will er das. Doch sie ist nicht real, ist ein schwacher Ersatz und ein hilfloser Versuch, den erlittenen Verlust vergessen zu machen.

Wong Kar-wai vereint in einem warmen Bilderregen die Flüchtigkeit des Augenblickes und die Endlosigkeit der Zeit. Er verwebt vier Liebesgeschichten, in die sich Chow Wo-man gleichzeitig und nacheinander stürzt, die real sein können oder fiktiv sind.

Von der europäischen Oper inspiriert, ist ein großartiger, bewegender Film über die Sehnsucht und die Schemenhaftigkeit der Liebe, Kar-wais Lieblingsthemen, entstanden. Bereits mit "In the Mood for Love" hatte er einen Film von entrückter Schönheit geschaffen, das Quasi-Sequel "2046" ist in seiner Ästhetik eine Weiterentwicklung der Hongkong Love Story aus dem Jahre 1999. Bilder, Musik, Worte, die Eleganz und Schönheit des Darstellerensembles, alles verschmilzt zu einer Einheit perfekter Harmonie, durch nichts zerstörbar, ein Glück für alle Sinne, mit dem Wong Kar-wai und sein Kameraästhet Christopher Doyle das Publikum beschenken.

"2046" war 2004 für die Goldene Palme in Cannes nominiert, zwei Jahre später wurde Wong Kar-wai als Jury-Präsident an der Croisette engagiert. Sein jüngstes Werk "My Blueberry Nights" eröffnete im vergangenen Jahr die Festspiele an der Côte d'Azur. Obwohl das Schauspieldebüt der Sängerin Norah Jones von Filmstars wie Jude Law, Rachel Weisz und Natalie Portman unterstützt wurde, spielte er in den USA lediglich 638.050 Dollar ein.

Andreas Fischer


Chow (Tony Leung Chiu-wai) hat eine heftige Affäre mit der Prostituierten (Zhang Ziyi), die sich in ihn verliebt hat.
Chow (Tony Leung Chiu-wai) hat eine heftige Affäre mit der Prostituierten (Zhang Ziyi), die sich in ihn verliebt hat. (BR / ARD Degeto)

Chow (Tony Leung Chiu-wai) schreibt Science-Fiction-Romane. In Hotelzimmer 2046 sucht er nach Inspiration.
Chow (Tony Leung Chiu-wai) schreibt Science-Fiction-Romane. In Hotelzimmer 2046 sucht er nach Inspiration. (BR / ARD Degeto)

Wang Jing Wen (Faye Wong), die Tochter des Hotelbesitzers, liebt verbotenerweise einen Japaner und darf als Androidin in Chow Wo-mans futuristischem Roman keine Emotionen haben.
Wang Jing Wen (Faye Wong), die Tochter des Hotelbesitzers, liebt verbotenerweise einen Japaner und darf als Androidin in Chow Wo-mans futuristischem Roman keine Emotionen haben. (BR / ARD Degeto)

Datum: 01.07.2008

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Artikel ID 201921

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