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Helden der Nacht - We Own The Night

Helden der Nacht - We Own The Night

(tsch/cg) Die Perspektive des US- Regisseurs James Gray auf Kriminalgeschichten konzentriert sich oft aufs Persönliche, aufs Zwischenmenschliche. 1994 drehte er das Kriminaldrama „Little Odessa“, das sich an der Oberfläche mit der russischen Mafia in New York, in seinem Kern jedoch mit einem tragischen Drama zwischen zwei Brüdern sowie einer komplexen Vater-Sohn-Beziehung beschäftigte. Sein 2000 entstandenes Werk „The Yards“ setzte sich ebenfalls mit der persönlichen Dimension des Verbrechens auseinander. Grays letzter Film „Helden der Nacht“ (2007) führt diese Tradition weiter: Es ist eine angespannte Vater-Sohn-Beziehung sowie ein problematisches Verhältnis zwischen zwei Brüdern, die im Zentrum dieser Kriminalgeschichte über die russische Mafia stehen. Neu ist das Thema zwar nicht, doch gut gespielt und atmosphärisch dicht inszeniert. Die Darstellung des Mafia-Milieus ist das eigentlich Neue in diesem Drama: Die Bösewichte sind kaltblütig, ihre Gesichtszüge fremd und bedrohlich, ganz anders als die zwar auch gefährlichen, doch smarten und sogar sympathischen Repräsentanten der italienischen Mafia, die man aus Scorseses Filmen kennt. Leider rückt der familiäre Aspekt des Dramas mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund, um banaler Action und einem vorhersehbaren Finale Platz zu machen.

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"We own the night." Die Nacht gehört uns, so heißt "Helden der Nacht" (2007) im Original und so hieß der Slogan der New Yorker Polizei in den Achtzigern, als sie der russischen Mafia den Kampf ansagte. Regisseur James Gray übt die Mischung im Kleinen. Er lässt den Krieg gegen das Verbrechen sich in einer Familie festkrallen: Joseph (Mark Wahlberg) hat den Weg seines Vaters eingeschlagen. Er ist auf der Seite des Gesetzes, ein Polizist, der emotionsarm seine Arbeit verrichtet. Der Vater (wieder einmal ein wunderbarer Auftritt von Robert Duvall) mag aber auch seinen anderen Sohn: Bobby (Joaquin Phoenix), der als Geschäftsführer eines Nachtclubs früher oder später Stellung beziehen muss, will er nicht auf die Seite des Verbrechens rutschen. Im Kino untergegangen, erscheint der allzu konstruiert wirkende Mix aus Thriller und Drama nun auf DVD.

Phoenix' Lachen ist dreckig und verständnislos, als der Vater auf ihn einredet. Er zieht ab mit seiner Freundin, einem Cindy-Crawford-Verschnitt (Eva Mendes). Viel Zeit vergeht nicht, bis ihn die Realität einholt, sein Bruder schwer verletzt wird und ein Mafia-Chef ihn um Hilfe bittet. "Es ist Krieg" entpuppt sich nicht als wortgewaltige Floskel, sondern als bittere Realität und gleichwohl als Spiel auf Leben und Tod.

Gray, der mit Phoenix und Wahlberg 1999 bereits "The Yards" drehte, entwickelt die Geschichte langsam, aber vorhersehbar. Eine Mischung, die es auch zwei Topschauspielern schwer macht. Gegen das ebenfalls vom Regisseur stammende Drehbuch anzuspielen, wird fast unmöglich. Kein Element ist neu, jede Wendung deutet sich mit einem roten Fähnchen an. So bleibt Phoenix nur das Spiel mit seinem Image als Lebemann und Wahlberg das Erstarren in seinen Regeln. Nicht viel, zu wenig genau genommen. Wirklich spannend ist "Helden der Nacht" ohnehin nie, aber dass ein Showdown im Schilf stattfindet, aus purer Lust am Versteckspiel, darf 2008 einfach nicht mehr passieren. Dafür hatten wir die Achtziger und vielleicht noch die Neunziger. Der Film ist ein einziges Regie- und vor allem Drehbuchmanko, das deutlich zeigt, wie man auch angesehene und etablierte Schauspieler verheizen kann.

Die Bilder der DVD sind nuanciert und überzeugen mit guten Schärfewerten, wodurch kaum ein Detail verloren geht. Beim Soundmix wurde ebenfalls Wert auf eine stimmige Atmosphäre gelegt. Es gibt zwar keine Effekthaschereien aus den Surroundboxen, aber sie werden geschickt für eine bedrohliche Grundstimmung genutzt. Im Bonusteil findet sich lediglich ein ausführliches (55 Minuten), aber nicht sonderlich spannendes Making Of.

Claas Nielsen

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1), Spanisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Spanisch
extras Making Of
laufzeit 117 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 14 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras mangelhaft

Credits:
(USA 2007, R: James Gray, D: Mark Wahlberg, Joaquin Phoenix, Eva Mendes u.a.)


In "Helden der Nacht" stehen Mark Wahlberg und Joaquin Phoenix zum zweiten Mal gemeinsam vor der Kamera.
In "Helden der Nacht" stehen Mark Wahlberg und Joaquin Phoenix zum zweiten Mal gemeinsam vor der Kamera. (Universal)

Bobby Green (Joaquin Phoenix) hat sich als Manager des Nachtclubs El Caribe einen Namen gemacht.
Bobby Green (Joaquin Phoenix) hat sich als Manager des Nachtclubs El Caribe einen Namen gemacht. (Universal)

Police Officer Joseph Grusinsky (Mark Wahlberg, links) hat es auf die russische Drogenmafia abgesehen.
Police Officer Joseph Grusinsky (Mark Wahlberg, links) hat es auf die russische Drogenmafia abgesehen. (Universal)

Datum: 30.06.2008

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