(tsch/cg) Zwei außergewöhnliche Talente spielen Schulter an Schulter im Actionthriller „Die pupurnen Flüsse“ von 2000: Jean Reno und Vincent Cassel. Die beiden spielen zwei Polizisten, die einen mysteriösen Mord im Umkreis einer Eliteuniversität zu klären versuchen. Regisseur Mathieu Kassovitz, der fünf Jahre davor das Independent-Meisterwerk „Hass“ gedreht hatte, bewies mit „Die pupurnen Flüsse“, dass er es versteht, auch große Kassenerfolge zu drehen. Der düstere Thriller bedient sich erschreckender Bilder, die an die triste Ästhetik von David Finchers „Sieben“ erinnern, und baut von Anfang an eine subtile Spannung auf, die sich durch den gesamten Film zieht und den Zuschauer gebannt hält.
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Gut 700.000 Zuschauer hatte "Die purpurnen Flüsse" in Deutschland. Ein beachtliches Ergebnis. Und nachdem "Les rivières pourpres" (Originaltitel) in der französischen Heimat äußerst erfolgreich wahr, sagte Hauptdarsteller Jean Reno auch bei der Fortsetzung im Jahr 2004 zu, die jedoch qualitativ und auch an den Kinokassen deutlich hinter dem Vorgänger zurückblieb.
Spannung bezieht der erste Film zunächst über seine Parallelstruktur: Zwei Polizisten bearbeiten verschiedene Fälle, Jean Reno als Star-Kommissar den Mord, Vincent Cassel als nicht ganz unerfahrener Nachwuchscop eine Grabschändung. Im Zuge ihrer Ermittlungen begreifen sie, dass beide Fälle eng zusammenhängen. Zu diesem Zeitpunkt steht auf der Fahndungsakte bereits "Serienkiller". Von den Einheimischen, vor allem den Universitätsangehörigen, erfahren die Polizisten kaum Unterstützung. Nur eine junge Wissenschaftlerin (Nadia Ferès) zeigt sich kooperativ.
Drastisch gerafft, greift die Leinwandadaption die optisch interessanten Stationen des Buches heraus. Der Weg ist das Ziel, und der wird mit opulenten Bildern ungewöhnlicher Orte geschmückt.
Jean Reno umgibt den knurrigen Kommissar Niémans mit dem rechten Maß an liebenswerten Eigenschaften und stellt eine Mischung aus Eigenbrötler, Besserwisser und umgänglichem Kerl dar. Renos ganze Vielseitigkeit wird an seinen beiden aktuellen Projekten deutlich. Mit Steve Martin sorgt er demnächst in "Pink Pather 2" (soll in Deutschland am 12. März 2009 starten) für Schenkelklopfer, und seine knallharte Seite kommt im Thriller "Armored" (mit Matt Dillon, Laurence Fishburne) zum Tragen, der derzeit gedreht wird. Erstaunlich forsch tritt in "Die purpurnen Flüsse" an der Seite des Hollywood-Stars Vincent Cassel auf, der zuletzt an der Seite von Viggo Mortensen und Naomi Watts in "Tödliche Versprechen" seine Star-Qualitäten als Womanizer der subtilen Art mit größter Actiontauglichkeit unter Beweis stellte. Die vereinzelten lustigen Momente in Kassovitz' düsterem Thriller gehören ihm.
Frank Rauscher
Der wortkarge, ruppige Kommissar Pierre Nièmans (Jean Reno) soll in einem Alpenstädchen einen grausamen Ritualmord aufklären. (ProSieben / Tobis Studio Canal GmbH & Co. KG)
Zunächst ermitteln Polizist Max Kerkerian (Vincent Cassel, links) und sein Pariser Kollege Pierre Nièmans (Jean Reno) in zwei verschiedenen Fällen, aber bald erkennen sie Zusammenhänge. (ProSieben / Tobis Studio Canal GmbH & Co. KG)
Von der Gletscherforscherin Fanny (Nadia Ferès) erhofft sich Kommissars Pierre Nièmans (Jean Reno) Unterstützung bei der Suche nach dem Serienmörder. (ProSieben / Tobis Studio Canal GmbH & Co. KG)
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